| 00.00 Uhr

Remscheid
Aus Kegelbahn wurde Sanitärbetrieb

Remscheid: Aus Kegelbahn wurde Sanitärbetrieb
Jungunternehmer Serdal Ünsal führt Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz durch seine Badausstellung. Das Stadtoberhaupt ist sichtlich angetan von der Präsentation. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Besuch vom OB - Remscheider Serdal Ünsal präsentiert im Morsbachtal eine Badausstellung, die sich sehen lassen kann. Von Wolfgang Weitzdörfer

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung ist Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz immer wieder in Betrieben und Unternehmen zu Besuch. So auch in der vergangenen Woche beim Heizungs-, Sanitär- und Fliesenbetrieb von Serdar Ünsal an der Morsbachtalstraße. "Mir ist es wichtig, in diesem Rahmen die verschiedenen Betriebe kennenzulernen", betont Mast-Weisz bei der Betriebsführung und fügt an: "An Herrn Ünsal ist vor allem seine Biografie interessant."

So kam Ünsal als 16-Jähriger nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu können. Der junge Mann hat in der Folge jedoch alles dafür getan, so viel und so schnell wie möglich zu lernen - sowohl die deutsche Sprache als auch den Lehrberuf, in dem er es auch bald zum Meister gebracht hat. "Serdal Ünsal ist ein gutes Beispiel für viele Menschen mit Migrationshintergrund in Remscheid", sagt das Stadtoberhaupt anerkennend. "Es geht, auch wenn einem dabei nicht alles in den Schoß fällt", sagt auch der solchermaßen Gelobte selbst, für den die Ausbildung folgerichtig ein wichtiger Schwerpunkt ist: "Wir haben sieben Ausbildungsplätze - und alle sind besetzt."

Bei Serdal Ünsal bekommt der Kunde das Komplettpaket - das ist dem Mittdreißiger wichtig: "Wir sind mehr als nur ein Installationsbetrieb. Bei uns bekommt der Kunde alles aus einer Hand - vom Aufmaß bis zur Schlüsselübergabe. Für den Kunden hat das den großen Vorteil, dass er nur mit einem Handwerker zu tun hat - und am Ende auch nur eine Rechnung bekommt", betont Ünsal.

Seit vier Jahren ist Ünsal jetzt am Standort im Morsbachtal. Vorher waren in der Immobilie Kegelbahnen untergebracht: "Wir haben hier kernsaniert und anderthalb Jahre lang umgebaut", sagt Ünsal. Und natürlich hat er auch einmal viel kleiner angefangen, wie er schmunzelnd anmerkt: "Los ging es bei uns in einer Garage - heute haben wir rund 3600 Quadratmeter Fläche." Dabei ist der Betrieb zweigeteilt: Im Erdgeschoss gibt es neben dem Empfang quasi ein Lager. "Der Kunde kann hier praktisch alles an Zubehör kaufen - auch unsere Monteure decken sich am Morgen mit allem ein, was sie brauchen. Das spart den Weg zum Großhändler", erklärt der Firmeninhaber.

Im Obergeschoss befindet sich die große Badausstellung mit verschiedenen Musterkabinen, anhand derer sich der Kunde ein gutes Bild davon machen kann, was in Sachen Badtechnik derzeit der Stand der Technik ist: "Wir bauen die Ausstellung alle drei bis sechs Monate um, weil es dann eben neue Designs und neue Technik gibt", erklärt Ünsal. Ein großer Schwerpunkt sei die Barrierefreiheit im Bad, betont er weiter: "Pro Woche machen wir etwa zwei barrierefreie Bäder, dazu viele Renovierungen in Seniorenheimen." Dazu braucht es natürlich ein zuverlässiges Team: "Ich habe 26 Mitarbeiter und eine Wagenflotte von elf Fahrzeugen", zählt Ünsal auf.

Zum Abschluss gibt es noch einen Ausblick in die Bad-Zukunft. Einen der zum Schmunzeln anregt: So präsentiert Ünsal dem Remscheider Oberbürgermeister ein Dusch-WC mit beheizter Brille, automatischer Wasserzufuhr und Gebläse sowie direkter Geruchsabsaugung. In Japan sei das der Hit, sagt Ünsal. Mast-Weisz allerdings schwankt zwischen Staunen und Unglauben, als er die High-Tech-Toilette vorgeführt bekommt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Aus Kegelbahn wurde Sanitärbetrieb


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.