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Remscheid
Ausstellung zeigt die Opfer der Terrorgruppe NSU

Remscheid. SPD zeigt 22 Tafeln bis zum 20. Juni im Parteibüro. Zur Eröffnung kommt Ausstellungsmacherin Birgit Mair. Von Henning Röser

Beate Zschäpe, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt - die Namen der Trios aus Jena, das als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) traurige Berühmtheit erlangte, kennt man in Deutschland. Die Namen der zehn Menschen, die unter anderem wegen eines Bekenner-Videos der NSU aus 2011 heute ziemlich sicher als Todesopfer des NSU-Terrors gelten dürfen, wissen nur die wenigsten.

Eine Wanderausstellung des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung, die am Freitag in der Geschäftsstelle der Remscheider SPD eröffnet wird, "soll den Opfern ein Gesicht geben" sagt der Fraktionsvorsitzende Sven Wolf.

Da ist etwa der Blumenhändler Enver Simsek aus Hessen. Er hilft am 9. September 2000 an einem Blumenstand an einer Landstraße aus - und wird mit acht Kugeln aus zwei Waffen regelrecht exekutiert. Zehn der insgesamt 22 Tafeln geben zunächst ein kurzes Bild des Opfers und beschreiben dann die Tat.

Nur eine Deutsche ist unter den Todes-Opfern: Die junge Polizistin Michele Kiesewetter wird 2007 in Heilbronn im Polizeiauto erschossen.

Eine weitere Tafel erinnert an die beiden Bombenattentate in Köln in den Jahren 2001 und 2004, bei denen zahlreiche Menschen schwer verletzt wurden.

Die Diplomsozialwirtin Birgit Mair, die die Ausstellung konzipiert hat, wird am Freitag um 19 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung im SPD-Büro an der Elberfelder Straße 39 anwesend sein. Ganz sicher wird sie dabei auch auf den zweiten Teil der Ausstellung zu sprechen kommen. Darin geht es um die Ursache dafür, warum die Behörden dem NSU erst so spät auf die Spur kam. Mairs Überzeugung: Die Polizei blendete Hinweise auf Neonazis "konsequent" aus, war stattdessen in ihrer Arbeit von "Vorurteilen und Rassismus" geprägt und suchte die Täter zunächst nur im Kreis der ausländischen Bevölkerung.

Was die Frage der Aufarbeitung der NSU-Verbrechen angeht, stellt auch die SPD am Freitag einen Fachmann: Sven Wolf leitet seit rund einem Jahr den Untersuchungsausschuss im Düsseldorfer Landtag. der klären soll, ob bei den drei NSU-Taten, die es in NRW gab, ein Fehler der Behörden vorliegt.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Juni zu sehen. Anmeldung unter Tel.: 02191 4600 622

Quelle: RP
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