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Remscheid
Australischer Folk-Pop mit Meister des Didgeridoos

Remscheid. Am Mikrofonständer im Rack' n'Roll in der Daniel-Schürmann-Straße ist ein langes Rohr befestigt. Ins Loch an seinem Ende ragt ein Mikrofon. Was ist das? Eine Stimmverstärkung? Ein neues Percussion-Instrument? In dem Moment, in dem Sänger und Multi-Instrumentalist Rhys Crimmin während des Soundchecks hinpustet, wird's klar: ein Didgeridoo. Dieses traditionelle Musikinstrument der Aborigines in Australien ist mittlerweile auch hier nichts Unbekanntes mehr. Die mit ihm erzeugten Töne sind gleichwohl gewöhnungsbedürftig. Von Bernd Geisler

Aus Rhys Crimmins Instrumentarium ist es nicht mehr wegzudenken. Der Barde - neudeutsch Singer und Songwriter - stammt aus "Down Under", Australien. Das weltweite Aufgebot an Singer/Songwritern ist unüberschaubar. Sogar die wirklich guten Leute mit respektabler Stimme, instrumentaler Virtuosität und authentischer Präsentation sind leicht zu finden. Da muss dann schon etwas Besonderes her. Crimmin hat es mit seinem Didgeridoo gefunden.

Es lässt sich sogar durch einen variablen Aufsatz zur jeweiligen Tonlage (bedingt) stimmen. Crimmin benutzt es virtuos. Auch europäische Hörgewohnheiten zollen seiner Spielweise Respekt. Zusammen mit der Begleitband "The Toms"- sie sind nicht immer dabei - kann er so einen für ihn charakteristischen, seltenen Sound zustande bringen, der vom ersten Ton an aufhorchen lässt. Am Mini-Schlagzeug sitzt Tom Jones, Meagan Thomson spielt Geige und Rhys' jüngerer Bruder Tyler zupft Bass und Gitarre.

Die Band startet schwungvoll und melodiös. Rhys singt markant, durchdringend und kraftvoll. Gleichwohl mit weichem Timbre, wenn er es mag. Doch dann, als er ins Didgeridoo bläst, wird's authentisch "down under". Er kann offensichtlich mit diesem Rohr machen, was er will. Es knarrt wie eine rostige Türangel, röhrt wie eine Gießkanne, brummt wie ein alter Dieselmotor, röchelt wie eine defekte Kaffeemaschine - und das alles stimmig. Nebenbei kann es auch noch grunzen, knattern, rasseln und das taktgenaue Klopfen auf einen leeren Kürbis nachahmen. Alles in allem eine musikalische Offenbarung.

Die Band kombiniert alles besonders gut zu einem animierendem Reggae-Rhythmus. Rhys nennt das "Aussie Roots Folk Reggae and Dirty Foot Stompin' Blues". Halb Australien scheint darin vertreten zu sein. Irgendwie macht es Lust auf diesen Kontinent. Es macht richtig Spaß, ihm und der Band bei diesem Konzert zuzuhören.

Die gute Stimmung in der Band wird auch bald deutlich sichtbar werden: Violinistin Meagan Thomson verriet der BM, dass sie im März ein Baby erwartet. Sie freut sich schon sehr auf ihr Familienleben.

Quelle: RP
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