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Carmen Bartl-Zorn im Interview
Auswärtige Firmen schielen ins Bergische

Carmen Bartl-Zorn im Interview: Auswärtige Firmen schielen ins Bergische
Carmen Bartl-Zorn, Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Remscheid. Die Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung der Bergischen Industrie- und Handelskammer rät Jugendlichen, weiter "am Ball zu bleiben". Es gibt auch in Remscheid noch eine Vielzahl an freien Ausbildungsstellen.

Möglichst frühzeitig wollen die Unternehmen ihre Lehrstellen für den kommenden Sommer besetzt haben. Aktuell gibt es aber noch sehr viele freie Ausbildungsplätze im Bergischen. Woran liegt das?

Bartl-Zorn Die Auswahlverfahren bei den Betrieben laufen gerade jetzt auf Hochtouren, so dass in den kommenden Wochen sicher wieder viele junge Menschen einen Ausbildungsvertrag unterschreiben werden. Und wenn es bislang noch nicht geklappt hat - nicht verzagen und am Ball bleiben.

Wie viele Plätze stehen denn allein noch über die Lehrstellenbörse der IHK zur Verfügung?

Bartl-Zorn In der IHK-Lehrstellenbörse werden derzeit mehr als 480 Ausbildungsstellen angeboten. In Remscheid gibt es noch zahlreiche freie Ausbildungsstellen etwa in den Berufen Kaufleute im Einzelhandel sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel.

Hat sich die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt gegenüber den Vorjahren etwas entspannt?

Bartl-Zorn Auch in diesem Jahr suchen noch viele Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildungsstelle. Dabei kommen allerdings circa zehn Bewerber auf sechs freie Stellen. Da dies kein zufriedenstellendes Angebot darstellt, appellieren wir an alle bergischen Unternehmer, in ihrem Ausbildungsengagement nicht nachzulassen und weiter ihre Fachkräfte von morgen auszubilden. Denn in anderen Regionen, wie beispielsweise Siegen oder Olpe, gibt es schon mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber. Die potenziellen Arbeitgeber schielen längst auf das Bergische Land und es gibt bereits Betriebe aus Olpe, die sich bei Bewerbern im Bergischen Städtedreieck vorstellen und diese umwerben.

Welches sind die Lieblingsberufe der Jugendlichen in unserer Region?

Bartl-Zorn Ihre berufliche Zukunft sehen die meisten Jugendlichen im Büro, im Einzelhandel, als Sport- und Fitnesskaufleute, in den Metall- und Elektroberufen sowie auch als Mediengestalter, Tierpfleger oder Veranstaltungskaufleute.

Steht das im Einklang mit dem Angebot der Unternehmen?

Bartl-Zorn Bei einem Großteil der Berufswünsche gibt es ein entsprechendes Angebot an Ausbildungsplätzen in der Region und später auch gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Ausbildungsangebote fehlen mitunter in den stark nachgefragten Bereichen der Tierpflege, der Mediengestaltung, im Sport- und Fitnessbereich sowie beim Veranstaltungsmanagement.

Gibt es angebotene Ausbildungsplätze, die Jugendliche überhaupt nicht in Erwägung ziehen?

Bartl-Zorn Nein. An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass es gute Ausbildungschancen in den Bereichen Gastronomie, Lager und Logistik, Einzelhandel sowie in der IT-Branche gibt.

Haben große Ausbildungsveranstaltungen, wie in Solingen beispielsweise Forum Beruf, Auswirkungen auf die Berufswahl?

Bartl-Zorn Solche Ausbildungsbörsen geben einen ersten Überblick über die große Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten. Sie bieten außerdem die Gelegenheit für einen Erstkontakt mit potenziellen Ausbildungsbetrieben und -stätten. Forum Beruf ist im vergangenen Herbst erstmalig neu ausgerichtet worden mit dem Ziel, die beruflichen Perspektiven, die eine betriebliche Ausbildung bietet, stärker in den Fokus zu rücken. Informationen speziell zu Studienmöglichkeiten gibt es erstmals beim Forum Studium am 22. April.

Gehen Sie davon aus, dass im Laufe dieses Jahres wieder alle Töpfe einen Deckel finden?

Bartl-Zorn Ja, ich bin zuversichtlich, dass wir das auch in diesem Jahr schaffen werden. Dazu wird es unter dem Motto "Am Ball bleiben!" am 13. Juni noch eine Last-Minute Ausbildungsbörse geben.

UWE VETTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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