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Remscheid
Auszeit und Orientierungsphase

Remscheid: Auszeit und Orientierungsphase
Tierische Streicheleinheit inklusive: Sabine Paetow (20) macht zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Naturschule Grund. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Die Natur-Schule Grund sucht Freiwillige für ein Ökologisches Jahr. Sabine Paetow traf hier ihre Studien-Entscheidung. Von Cristina Segovia-Buendia

Die Natur-Schule Grund sucht dringend nach neuen Freiwilligen, die ein Ökologisches Jahr in der Bildungseinrichtung absolvieren wollen. Bis kommenden Freitag, 23. Juni können sich Interessenten bewerben. Sabine Paetow bringt ein solches Jahr gerade zu Ende und erzählt, wie der Alltag aussieht und was das Besondere daran ist.

Nach dem Abi-Stress erstmal eine Auszeit: Nicht alle sind sich während ihrer Schulzeit sicher, was sie später einmal werden wollen. Einige brauchen eine kurzzeitige Veränderung, ehe sie sich erneut bei Studium oder Ausbildung ins Lernen stürzen. Dafür bieten sich die Freiwilligendienste an.

Sabine Paetow entschied sich vergangenes Jahr dafür: Nach ihrem Abitur an der Albert-Einstein-Gesamtschule suchte die heute 20-Jährige eine Auszeit, um sich beruflich zu orientieren, und entschied sich, da sie sehr naturverbunden ist, statt für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) für ein, den meisten häufig unbekannteres, Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Natur-Schule Grund. Und sie findet: "Die Entscheidung war absolut richtig."

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit waren ihre Aufgaben klar strukturiert: "Ich fange um 7.15 Uhr an, schließe in der Natur-Schule alles auf und kümmere mich um Organisatorisches, schau ob alles in Ordnung ist, ob die Veranstaltungsräume sauber und die Toiletten versorgt sind." Nach der täglichen Besprechung mit dem Chef des Hauses, Diplom-Biologe Jörg Liesendahl, geht es an die Vorbereitungen: "Je nachdem, was an dem Tag ansteht, bereite ich beispielsweise die Materialien für den Tag vor oder kümmere mich mit um eine Klasse und begleite die Kurse", erzählt Paetow. Nachmittags geht es für sie in den hauseigenen Garten hinter der Schule, einem weitläufigen Gelände, das gepflegt werden muss. "Hier muss immer was gemacht werden", sagt die 20-Jährige und schmunzelt. Gartenarbeit mache sie gerne, ebenso, wie sich um die Tiere zu kümmern. Die Schule hält Hühner, die jetzt Nachwuchs bekommen haben. Hier kümmert sich Paetow um die kleinen Küken. Sie findet ihren Job sehr abwechslungsreich und, was für sie noch viel wichtiger ist: "Ich bin sehr oft draußen in der Natur."

Exkursionen und Wochenend-Veranstaltungen gehören ebenfalls zu den Aufgaben eines Freiwilligen. Darüber hinaus werden landes- und bundesweite Seminare angeboten, an denen die jungen Helfer teilnehmen und sich fortbilden. Paetow ist sogar FÖJ-Landesdelegierte. "Bei diesen Treffen bereiten wir unterschiedliche Themen vor, die mit der Umwelt zu tun haben." Ein wenig politische Lobbyarbeit, die Paetow sehr interessant findet.

"Ich habe sehr viel in diesem Jahr dazugelernt. Strukturiert und reif war ich auch schon vorher", erzählt sie, aber sicherlich ist sie durch diese Arbeit nun entschlossener, was ihre berufliche Zukunft angeht: "Für die Natur will ich mich weiter einsetzen und habe beschlossen, Geografie zu studieren." Besonders die Bereiche Nachhaltigkeit, Krisen-Management und Katastrophenschutz haben es ihr angetan. "Im Laufe des Studiums wird sich zeigen, welche Richtung ich einschlage, aber man könnte später auch in der Stadtplanung mitarbeiten."

Quelle: RP
 
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