| 00.00 Uhr

Remscheid
Balalaika-Orchester reist nach Russland

Remscheid. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sport und Kultur" fährt das Ensemble gemeinsam mit Mitgliedern des Fallschirmclubs Remscheid nach Moskau und St. Petersburg. Fünf Auftritte sind in den beiden Städten geplant. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Motto der diesjährigen Konzertfahrt des Balalaika-Orchesters "Druschba" der Jugendkunstschule Lennep im Rotationstheater ist bewusst gewählt: "Musik verbindet - Musik schlägt Brücken" heißt es, und ist im Zuge der momentan durchaus vorhandenen Spannungen zwischen Europa und Russland ein deutliches Zeichen für Toleranz, Frieden und Miteinander.

Die Jugendbegegnung Ost-West findet schon seit vielen Jahren statt. 1974 war Johannes Schmidt, Vater des jetzigen Geschäftsführers der Jugendkunstschule, David Schmidt, erstmals mit einem Balalaika-Ensemble in der damaligen Sowjetunion - seit 2012 gibt es nun den Austausch mit dem russischen Partner, der Strawinsky-Musik-Kunstschule in Moskau, den der Leiter des Orchesters, Lev Zlotnik, ins Leben gerufen hat.

"Seitdem hat es mehrere Besuche und Gegenbesuche gegeben, in diesem Jahr ist es aber durchaus noch einmal etwas Besonderes", sagt David Schmidt. Denn nicht nur ist die Reisegruppe mit rund 60 Teilnehmern, davon 40 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 24 Jahren, sehr groß. Ein weiterer Höhepunkt wird der Auftritt im russischen Außenministerium vor 200 geladenen Gästen sein: "Das ist eine echte Besonderheit und eigentlich für kaum jemanden zu schaffen", sagt David Schmidt.

Dabei ist aber auch das "Druschba"-Orchester einzigartig. "Es gibt deutschlandweit kein Balalaika-Orchester dieser Größe und Struktur. Daher bekommen wir auch Anfragen für Konzerte aus ganz Deutschland - und darüber hinaus", sagt David Schmidt. Für die Kinder und Jugendlichen, die zu 30 Prozent aus Lennep und zu 70 Prozent aus Düsseldorf kommen, sei es natürlich etwas ganz Besonderes, wenn sie etwa die Bühne mit internationalen Größen wie Bill Clinton oder David Garrett teilen dürften. "Lev Zlotnik leitet das Orchester seit 1994 - ohne seine Kontakte, Beziehungen und sein Engagement wären wir nicht da, wo wir heute sind", lobt David Schmidt den Orchesterleiter.

Die Arbeit der Jugendkunstschule in Lennep ist eng verknüpft mit der des Fallschirmclubs Remscheid. "Sport und Kultur" - unter dieser Losung steht ja auch der Austausch mit Moskau. David Schmidt und ich haben das ins Leben gerufen, und es hat sich bewährt", sagt Klaus Mathies, Vorsitzender der Fallschirmspringer.

Fünf Auftritte in Moskau und St. Petersburg absolviert das Balalaika-Orchester zwischen dem 22. und 31. Oktober. Und die Fallschirmspringer sind mit 15 Sportlern aus Remscheid ebenfalls dabei. "Wir werden mit russischen Fallschirmspringern auf dem Sprungplatz Puschino bei Moskau springen", sagt Mathies. Bereits 2015 war man im kleineren Rahmen in Moskau. "Das wird eine freundschaftliche Begegnung sein - bei Wettkämpfen stehen wir den russischen Kollegen ja immer in Konkurrenz gegenüber", sagt Mathies.

Der Aufenthalt, der mehr als eine Woche dauert, wird zu rund 70 Prozent durch Fördergelder vom Bund finanziert. Der Rest wird durch Teilnahmegebühren und Sponsoren übernommen. Im Vorjahr waren rund 30 Jugendliche aus Russland zu Besuch: "Wir haben gemeinsam Berlin besucht, viele kulturelle und historische Orte gesehen. Diese regelmäßigen gegenseitigen Besuche basieren auf Nachhaltigkeit und tragen zur Völkerverständigung bei", sagt David Schmidt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Balalaika-Orchester reist nach Russland


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.