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Remscheid
Balladeske Songperlen

Remscheid. Sängerin Nicole Berendsen und Christoph Spengler traten als Duo auf. Von Wolfgang Weitzdörfer

"Kann ich noch mal Licht im Saal haben?", fragte Nicole Berendsen zu Konzertbeginn in der nahezu ausverkauften Klosterkirche am Donnerstagabend. "So, jetzt kann ich euch sehen!", rief die sympathische Chanteuse erfreut, als der Bitte nachgekommen war. Als Unterstützung für den etwa anderthalbstündigen Liederreigen hatte sich die Sängerin, wie gewohnt im bodenlangen Glitzerkleid gewandet, ihren langjährigen Begleiter am Klavier, Christoph Spengler, mitgebracht.

"Piece By Piece" hieß das Konzert - aus ganz einfachen Grund: "Sonst habe ich bei meinen Konzerten ja immer einen roten Faden, die Stücke hängen thematisch zusammen", sagte Berendsen. Diesmal habe sie jedoch einige Stücke ausgesucht, die ihr unabhängig voneinander sehr viel bedeuteten. "Und Stück für Stück werde ich die heute Abend singen." Dabei waren es hauptsächlich balladesk-getragene Songs.

Die Kombination aus Spenglers kraftvollem Klavierspiel und Berendsens hervorragender Stimme ging bei Stücken wie "There'll Be Sad Songs" von Billy Ocean oder "Piece By Piece" von Kelly Clarkson bestens auf. Wurde es hingegen poppig-rockiger wie bei Phil Collins' Hit "You Can't Hurry Love" fehlte dann doch ein wenig die Rhythmusgruppe, was der Begeisterung im Publikum indes keinerlei Abbruch tat. Und dass das auch ganz famos klappen konnte, zeigte das lateinamerikanisch angehauchte Instrumental "Funky Fingers", das Spengler selbst komponiert hatte.

Dass zwei absolute Profis auf der Bühne standen, wurde beim hervorragend dargebotenem Blues-Klassiker "At Last" von Etta James überdeutlich. Spengler spielte auf und mit den Tasten, tupfte jazzige Harmonien im Dutzend ins Piano und lieferte seiner Sängerin einen dicht gewebten Teppich, auf dem sie zeigen konnte, was sie drauf hatte. Berendsen hingegen flirtete mit ihrer Stimme, dem Text, dem Mikro und nicht zuletzt dem Publikum, das in lauten Jubel ausbrach.

Traurige Lieder können beim Publikum durchaus Freude bewirken. Das konnte man am eigenen Gemütszustand merken, wenn man im Verlauf des Abends Lieder wie Adele's "Someone Like You" oder Queen's "Love Of My Life" zu hören bekam. Inhaltlich zum Heulen, waren es doch Songperlen, die trotz traurigster Grundstimmung eine Saite im Inneren zum Klingen brachten. Und getreu dem Motto "Piece By Piece" wurde man stückweise glücklicher, wozu die wundervolle Performance des Duos ein gerütteltes Maß beitrug. Wer Leonard Cohens Wunderstück "Halleluja" so grandios wie die zwei vortrug, entführte sein Publikum ohnehin in andere Welten.

Quelle: RP
 
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