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Remscheid
Band lässt Rock 'n' Roll aufleben

Remscheid. Das Trio Rocking Roosters unterhielt zu seinem zehnjährigen Bestehen das Publikum im Rack'n'Roll Billardcafé mit einem Sound, der dem ihrer Musik-Idole aus den 50er Jahren sehr nahe kam. Von Bernd Geisler

"Rock 'n' Roll will never die". Wer immer auch diesen Spruch vom "ewigen" Rock 'n' Roll aufgebracht hat, er scheint wahr zu sein. Die Generation, deren Kinder heute über 60 Jahre alt sind, regte sich damals über Elvis, Hüftwackeln, lange Haare und "ausschweifende" Tänze auf. Am Samstagabend im Rack' n' Roll hätten diese Senioren sich wieder aufregen können. Die Rockabilly-Band "Rocking Roosters" feierte mit einer lauten Party ihr zehnjähriges Bestehen.

"Nur" zehn Jahre? Die drei jungen Herren klangen wie ihre Idole. Und sie ließen natürlich auch die alten Hits von damals vom Stapel. Einen nach dem anderen, (fast) ohne Pause. Und unglaublich: Ihre Eigenkompositionen passten zu ihrem Stil wie der Gesangs-Kiekser zu Buddy Holly. Daniel Sypien (Gesang und Gitarre) aus Wipperfürth, Jörg Schnitzer (Kontrabass) aus Büttgen und Heiko Dethlefs (Standschlagzeug) aus Bielefeld nennen ihre Musik "Rooster-Style". Aber es ist Rock 'n' Roll, wie er damals von der Vinyl-Platte klang. Über ihren Sound wäre in den 50ern ebenso die Nase gerümpft worden.

Natürlich klingen die Rocking Roosters ohne Kratzer, die die alten Scheiben damals produzierten. Alles wirkt ein bisschen glatt geleckter, klarer und damit keimfreier. Das ist der neuen Technik geschuldet, wenngleich sich die Musik stark an die Originale anlehnt. Sypien spielte meistens eine Gitarre, die der weltberühmten antik-roten Gibson ES 335 nachempfunden ist. Zusammen mit dem Fender-Verstärker und einem nostalgischem "Bigsby Vibrato Tremolo" für das bewusste Vibrieren der Saiten hätte bei geschlossenen Augen auch Chuck Berry vor dem Mikrofon stehen können. Zumal Sypien es auch drauf hat, die für Berry charakteristischen doppelsaitigen "Double Stops" einzusetzen.

Schnitzer "ritt" zwischendurch mal seinen Kontrabass. Und Dethlefs holte aus seinem spärlichen Schlagzeugset alles heraus, was auch Trommelrand und Stöcke hergaben. Und so gingen denn die echten Fans des Rock 'n' Roll von Anfang an mit: Hüften, Haare, Hände kamen bei "Roosters are in town" von Null auf Hundert in Schwung. Das Rack' n' Roll füllte sich ziemlich flott. Sogar Petticoats und Pferdeschwänze wurden gesichtet. Dieses Bild zusammen mit den Hits wie "Oh Boy!" (Buddy Holly), "Return to Sender" (Elvis Presley) oder "Money Honey" (Drifters) lieferten eine authentische Jubiläums-Feier der Rocking Roosters. Mehr noch: Die Band feierte den Rock 'n' Roll gleich mit.

Damit einher gingen auch andere Songs, die heute noch die Beat- und Hippy-Musik-Jünger nicht vergessen, da von vielen Bands gespielt. Darunter "Susie Q", "Walk the Line" oder "Lookin at my backdoor". "Es ist einfach Gute-Laune-Musik", sagte Kerstin Spiekermann am Eingang des Rack.

Schön, dass es auch eine Tanzfläche gab. Da konnten sich die beiden Paare Beate und Ulli Hübner aus Meerbusch und Jutta und Thomas Blobel aus Solingen richtig austoben. "Wir tanzen Boogie-Woogie", sagte Jutta. "Die Roosters spielen genau die richtige Musik dafür."

Quelle: RP
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