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Remscheid
Beim Badevergnügen lauern Gefahren

Remscheid: Beim Badevergnügen lauern Gefahren
Knietief im Wasser? Im Fluss kann's gefährlich werden, an der Wuppertalsperre aber eher nicht, wenn bestimmte Regeln beachtet werden. Diese Jugendlichen kühlten sich erstmal gut ab. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Bei Hitze wie in den vergangenen Tagen zieht es Menschen ins Freibad oder zu den Badeseen in der Region. Die Becken sind ein bewachter Bereich, den die zuständigen Bademeister genau im Blick haben, um im Notfall sofort eingreifen zu können. Von Ivon Wolfgang Weitzdörfer

Wer sich aber an Wupper, Bever- oder Wuppertalsperre ins Wasser begibt, macht dies auf eigene Gefahr, zumal wenn als Einstieg eine ruhigere - und damit automatisch unbeaufsichtigte - Ecke gewählt wird. Dass aber dieses "wilde Baden" sehr gefährlich sein kann, zeigte sich in den vergangenen Tagen: In Nordrhein-Westfalen sind zehn Menschen beim Baden gestorben, darunter ein sechsjähriger Junge, der unbeaufsichtigt im Rhein geplanscht hatte.

Im Bergischen ereigneten sich solche tragischen Unfälle bisher nicht, allerdings sollten kleine und große Wasserratten einige Regeln beachten, damit sie nicht in Gefahr geraten, rät Alexander Paffrath. Er ist Bezirksleiter der DLRG Remscheid. "Das größte Risiko für Gesundheitsschäden liegt im Temperaturunterschied, den die Leute oft nicht beachten", sagt er. "Da kommt es schnell einmal zu Kreislaufstörungen", sagt der DLRG-Bezirksleiter. Die Wuppertalsperre weist teils enorme Temperaturschwankungen auf - auch weil die Wupper am Grund der Talsperre fließt.

Gleiches gelte für den Sprung ins Wasser: "Viele Leute kühlen sich nicht ab, bevor sie ins Wasser gehen. Die kommen an den See, bei 38 Grad Lufttemperatur und springen mit Kopfsprung ins knapp 20 Grad kühlere Wasser", sagt der Bezirksleiter. Das mache der Kreislauf oft nicht mit. "Eine vorherige Abkühlung wie das kalte Abbrausen im Freibad,wirkt hier Wunder."

Generell sei es besser, nur dort zu schwimmen, wo auch eine Aufsicht durch Rettungsschwimmer ist. Doch diese könne nicht flächendeckend gewährleistet werden. "Die DLRG macht an den Talsperren Kontrollfahrten, aber nur am Wochenende. Das liegt daran, dass wir das ehrenamtlich tun und einfach nicht mehr leisten können. Das Ehrenamt ist nicht gerade populär zur Zeit", spricht der Bezirksleiter einen wunden Punkt an.

Aber die Taucher der DLRG sorgen vor und nach der Saison an je drei Badestellen an Wupper- und Bevertalsperre dafür, dass an den Ufern kein größerer Unrat im Wasser ist, an dem man sich leicht verletzen könnte. "Diese Badestellen sind vom Wupperverband gekennzeichnet", sagt Paffrath.

Aus Sicherheitsgründen rät der DLRG-Bezirksleiter von einem weiteren beliebten Sport ab: "Klippen- oder Brückensprünge können gerade in der Wuppertalsperre sehr gefährlich sein - der Wasserstandschwankungen wegen. Was jetzt ungefährlich wäre, kann nächste Woche schon ganz anders aussehen."

Quelle: RP
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