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Remscheid
Beim Bau eines Roboters Deutsch lernen

Remscheid. Förderprojekt "Wortschatz" der Wirtschaftsjunioren unterstützt Flüchtlinge an Alexander-von-Humboldt-Realschule. Von Cristina Segovia-Buendía

Finanzielle Unterstützung zur gezielten Sprachförderung von 18 Flüchtlingen, erhielt gestern die Alexander-von-Humboldt-Realschule (AvH) von den Wirtschaftsjunioren. Sie überreichten einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Damit sollen Unterrichtsmaterialen oder auch mal ein Ausflug finanziert werden.

Vor zehn Jahren initiierten die Wirtschaftsjunioren mit "Wortschatz" ein Förderprojekt für Schüler mit Migrationshintergrund, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Seither läuft das Programm mit finanzieller Unterstützung der Wirtschaftsjunioren an verschiedenen Remscheider Schulen und Schulformen. Das Konzept: Lehramtsstudenten der Bergischen Universität Wuppertal werden als Dozenten eingesetzt, bekommen dadurch Praxiserfahrung. Und die Schüler erhalten speziellen Förderunterricht in Deutsch.

Jetzt, im Jubiläumsjahr, wurde das Erfolgsprojekt erstmals auf eine Flüchtlingsklasse der AvH ausgeweitet, die seit letzten Sommer hier in einer sogenannten "Seiteneinsteigerklasse" unterrichtet wird. Die Klasse besteht aus Schülern verschiedener Herkunft. Sie sind zwischen 11 und 17 Jahren und Flüchtlingskinder aus Syrien, Afghanistan und Bulgarien. Das Ziel: Die Schüler sprachlich so zu fördern, dass sie am Regelunterricht teilnehmen können, um ihre schulische Ausbildung abschließen oder eine berufliche Ausbildung beginnen zu können. Kein leichtes Unterfangen, gab gestern Schulleiterin Sabine Ernst zu: "Hier geht es nicht nur um den einfachen Spracherwerb. Uns geht es im Unterricht auch um die Einführung in die Gesellschaft, in unsere Normen und Werte." Eine Aufgabe, die mit dem bisherigen Kollegium allein nicht bewältigt werden konnte, weshalb Katharina Stojcevska als neue Lehrkraft eingestellt wurde. Auch Pavle Madzirov, zweiter stellvertretender Konrektor, übernimmt einige Stunden und hilft, auf nahezu spielerische Art und Weise beim Spracherwerb. Aktuell etwa, bauen die Schüler an einem Roboter, müssen sich dabei in der Gruppe absprechen, per Tablet Fotos von ihren Fortschritten knipsen und Videos mit einer Anleitung zum Bau aufnehmen, die hinterher in einem gemeinsamen Film münden sollen. "Der Ansatz des Spracherwerbs ist hier praxisorientiert und kombiniert verschiedene Aspekte der Kommunikation mit den neuen Medien", erklärt Madzirov. Wobei in den 26 Wochenstunden natürlich auch mal ganz klassisch Vokabeln und Grammatik gepaukt werden müssen, räumt der Pädagoge ein. Durch die verschiedenen Themenschwerpunkte im Praxisbereich, aktuell Technik, sonst auch im künstlerischen oder sportlichen Themenfeld, wird ebenso spezielles Vokabular geschult. Und das Beste, sagt Madzirov: "Diese Schüler sind immer wahnsinnig motiviert dabei."

Quelle: RP
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