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Remscheid
Beim Thema DOC weicht Löhrmann aus

Sylvia Löhrmann – die grüne Schulpolitikerin
Sylvia Löhrmann – die grüne Schulpolitikerin FOTO: dpa, Roland Weihrauch
Remscheid. Eine Stunde Zeit hatte Sylvia Löhrmann, bislang stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, für Remscheid mitgebracht. Am Samstagmorgen kam die Spitzenkandidatin der Grünen für die anstehende Landtagswahl nach Lennep, wo sie zunächst im Röntgen-Museum und dann auf dem Wochenmarkt mit Parteifreunden und Passanten ins Gespräch kam.

Trotz Scheiterns der rot-grünen Minderheitsregierung hieß das Fazit der Spitzenpolitikerin: "Wir haben 20 Monate gut regiert." Vieles habe man auf den Weg bringen können. Neben dem Schulkonsens sei vor allen der mit 3,4 Milliarden aufgespannte Rettungsschirm für die klammen Städte ein wichtiger Schritt, um die kommunalen Infrastrukturen für alle Menschen zu erhalten.

Kritik am Sparpaket

Gleich die die erste Frage im Museumsfoyer richtete den Fokus aufs Remscheider Sparpaket. Ob Löhrmann es richtig fände, dass auch ärmere Familien im Zuge der Haushaltssanierung für die Betreuung ihrer Kinder noch mehr zur Kasse gebeten werden sollen, wollte eine Vertreterin des Vereins "Die Verlässliche" wissen. Die Schulministerin räumte ein, über die einzelnen Sparvorschläge nicht im Detail Bescheid zu wissen. "Man muss vor Ort diskutieren, ob das Sparpaket sozial ausgewogen ist. Ich persönlich finde aber, dass man nicht bei den Armen anfangen sollte."

Die Remscheider Landtagskandidatin der Grünen, Jutta Velte, pflichtete ihr bei: "Gerade für ärmere Familien ist der Offene Ganztag ein Bildungsangebot."

Von der BM auf das klare Votum der Remscheider Bürger für ein Designer Outlet Center (DOC) und die ablehnende Haltung der bisherigen Landesregierung angesprochen, wich Sylvia Löhrmann zunächst aus. Sie wolle sich nicht zu einer Frage äußern, die ins Wirtschaftsministerium gehöre. Im Zuge der Regionalplanung müsse man sicherlich schauen, ob ein DOC räumlich zu vertreten sei: "Das muss abgewogen werden." Im Zeichen des demografischen Wandels sei darauf zu achten, zwischen den Städten mehr einvernehmliche Lösungen zu finden und weniger Konkurrenz aufzubauen.

Ministerin wird erkannt

Auf dem Wochenmarkt war zu spüren, dass die Solingerin inzwischen einen recht großen Bekanntheitsgrad erworben hat. "Guck mal, ist das nicht die grüne Ministerin, die Frau Löhrmann", wandte sich ein Mann tuschelnd an seine Begleiterin. Auffallend zudem: Gerade Frauen mittleren Alters gingen freundlich auf die Politikerin im hellgrünen Blazer zu. "Sie und Hannelore Kraft - das war schon ein gutes Gespann", lobte eine Marktbesucherin.

Quelle: RP
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