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Remscheid
Beim Zirkus Altoff sitzt der Zuschauer nah dran am Geschehen

Remscheid: Beim Zirkus Altoff sitzt der Zuschauer nah dran am Geschehen
Artistik unter der Zirkuskuppel. Mit angehaltenen Atem verfolgten die Besucher den Auftakt im Programm des Zirkus Altoff Kölner. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Wie eine Spielpuppe wird die Artistin mit einem großen Schlüssel aufgezogen. Sodann entschwindet sie in die Lüfte, dreht am Ring-Trapez ihre Runden und hängt schließlich kopfüber an den Fußspitzen unter der Zirkuskuppel. Manege frei, die Vorstellung beginnt. Gerade die Kinder verfolgen diesen Auftakt im Programm mit angehaltenem Atem und offenen Mündern.

Der Zirkus Karl Altoff Köllner hat seine Zelte auf dem Remscheider Schützenplatz aufgeschlagen und wird dort noch bis zum 6. September seine Künste darbieten. Am Freitagabend war Premiere, die besonders von Familien wahr genommen wurde. Als kleinerer Zirkus mit 15 Artisten, Dompteuren und Clowns ist der Zuschauer dem Geschehen sehr nahe. Wenn die Spaßmacher Francesco und Mario ihre Scherze treiben, gibtQs auch fürs Publikum etwas zu tun, ohne dass sich jemand etwa wegen fehlender Wurftechnik beim Ringewerfen blamieren müsste.

In den Orient wurden die Zirkusfans mit den Dromedaren geschickt, die ein weiß gekleideter "Beduine" wie junge Hunde durchs Zirkusrund tollen ließ. Edle Pferde brachte Karl Altoff Köllner mit den kraftvollen schwarzen Friesen-Hengsten ins Spiel, die vom argentinischen Zwerg-Pony "Schlumpf" ordentlich aufgemischt wurden. Eine Hula-Hoop-Performance im Schwarzlicht gabQs mit Miss Viviana zu sehen und Artistin Daniela zeigte sich biegsam wie eine Schlange, wenn sie sich grazil rückwärts in die Brücke fallen ließ, um eine Blume mit dem Mund aufzuheben.

Gleichgewichtssinn musste Nico Wilson beweisen, der auf der "Rola Bola" Bretter aufstapelte und auf ihnen balancierte. Nach Angaben des ZirkusQ gehört der Akrobat zu den europaweit nur zwei Artisten, die von einem "Rollbrett" auf ein anderes einen Salto schlagen können. Auch eine Jonglage-Nummer erhielt viel Beifall. Insgesamt also ein unterhaltsames Programm, das gerade den Kindern viel Spaß machte.

Die drei Bengalischen Tiger, die im Zirkus Altoff Köllner mit der Flasche aufgezogen wurden, waren in der Vorstellung wegen ihres jungen Alters noch nicht zu sehen. Dass die Zirkusfamilien Weisheit und Köllner mit Wildtieren reisen und sie in ihrem Programm zeigen, rief wie in anderen Städten auch in Remscheid Tierschutz-Aktivisten auf den Plan. Vor dem Eingang demonstrierten sie gegen die Haltung von Tieren im Zirkus. Die angemeldete Kundgebung wurde unter Beobachtung der Polizei durchgeführt, Zwischenfälle blieben aus. Die Zirkusfamilie ging vor der Pause auf die Vorwürfe ein und verwahrte sich gegen die Kritik. "Mehrere Veterinärämter geben uns für unsere Art der Tierhaltung sehr gute Noten", sagte Karl Altoff-Köllner und lud die Besucher in die Tierschau ein. Dieses Angebot wurde zahlreich von Erwachsenen und Kindern angenommen. Karten gibt es jeweils ab 30 Minuten vor Vorstellungs-Beginn. Reservierungen unter Telefon 01637779798.

(bona)
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