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Remscheid
Beiträge decken Bruchteil der Kita-Kosten

Remscheid. Remscheid braucht weitere Kita-Plätze/ Kosten steigen/ Wer ist beitragsbefreit? Ein Städtevergleich. Von Solveig Pudelski

Der Druck wächst. Auf Remscheid kommen höhere Kosten für die Kindertageseinrichtungen zu. Eine höhere Geburtenrate und der Zustrom von Flüchtlingen zwingen die Stadt dazu, für neue Einrichtungen zu sorgen, damit der Bedarf an Betreuung gedeckt werden kann. Sie sucht nun freie Träger, die die Aufgabe übernehmen. Allerdings haben auch diese dann Anspruch auf städtische Zuschüsse.

Elternbeiträge decken nur einen sehr geringen Teil der tatsächlichen Kita-Kosten: Für 2015 muss Remscheid 6,9 Millionen Euro für städtische Kitas aufwenden. Beitragseinnahmen summieren sich auf 600.000 Euro. Das liegt zum einen an der Sozialstruktur dieser Stadt, zum anderen an der Gestaltung der Kita-Beiträge. Und die sieht in den drei bergischen Großstädten unterschiedlich aus. Denn seit 2008 können die Kommunen die Beiträge - unter der Maßgabe einer sozialen Staffelung - selbst gestalten.

Das Gros der Eltern zahlt überhaupt keine Beiträge. 61 Prozent der Remscheider, die ihr Kind in einer städtischen Kita betreuen lassen, sind beitragsbefreit, weil ihr Einkommen sehr gering ist. Das sind Menschen mit einem Jahresgehalt unter 18.000 Euro. Auch wer Sozialleistungen bezieht, erhält Gratisbetreuung. Die Stadt Wuppertal setzt die Untergrenze mit 12.500 Euro Jahreseinkommen sehr viel niedriger an. Dort sind 58 Prozent der Eltern keine Beitragszahler. Auch die Stadt Solingen bittet Eltern bereits zur Kasse, wenn sie über 12.500 Euro jährlich verdienen.

Das dritte Kindergartenjahr ist für alle beitragsfrei. Dies hat das Land den Kommunen verordnet, es leistet dafür eine Ausgleichszahlung, die aber nicht kostendeckend sei, betont Petra Hellmann-Wien, Leiterin des Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen bei der Stadt. Für Geschwisterkinder zahlen auch gut verdienende Eltern in Remscheid und in Wuppertal keine Beiträge - ein Geschenk an Mehrkind-Familien. Die Beitragstabellen sehen im bergischen Städtedreieck unterschiedlich aus. Solingen und Wuppertal haben höhere Sätze für die Betreuung von Kindern unter zwei oder drei Jahren gegenüber den Sätzen für ältere Kinder eingeführt. Remscheid differenziert dies nicht, hat aber acht Beitragsstufen in der Satzung. Solingen und Wuppertal haben sich auf sechs Stufen beschränkt. Im Vergleich: In Solingen werden für eine Betreuung (von Kindern über drei Jahre) von 45 Wochenstunden maximal monatlich 300 Euro verlangt, die maximale Einkommensstufe liegt bei über 71.000 Euro. In Wuppertal würden Väter und Mütter für die gleiche Leistung 360 Euro berappen. In Remscheid zahlen nur Top-Verdiener mit über 100 000 Euro Jahreseinkommen 350 Euro. Bis 74.000 Euro Jahreseinkommen zahlt man 247 Euro, bis 87.000 Euro Jahreseinkommen 278.

Quelle: RP
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