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Remscheid
Bekannte Melodien animieren zum Mitsingen

Remscheid. Die Operette "Im weißen Rössl" begeisterte das Publikum im gut besuchten Teo Otto Theater. Von Wolfgang Weitzdörfer

Singspiele, Musicals und Operetten - diese stets überzeichnete, märchenhafte Mischung aus Theater und Gesang - erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Schließlich kann man mit kaum einem anderen Genre den Alltag für gute zwei Stunden so gepflegt und unterhaltsam hinter sich lassen. Demzufolge überraschte es kaum, dass das Teo Otto Theater gut besucht war, als das Tournee-Theater Euro-Studio aus Titisee-Neustadt den Operetten-Klassiker schlechthin, "Im weißen Rössl", auf die Bühne brachte.

Das Publikum ließ sich auf das immerhin schon 87 Jahre alte Singspiel von Hans Müller und Erik Charell ein, in dem das österreichische Salzkammergut als Schauplatz mit seinem rückwärtsgewandten Charme die Herzen der Zuschauer für sich gewinnen konnte. Die vielen bekannten Melodien taten ihr Übriges, so dass das Mitklatschen und gelegentliche Mitsingen des Publikums sehr passend und überhaupt nicht störend wirkte.

Die Geschichte ist - natürlich - eine komplizierte Liebesgeschichte über mehrere Ecken. Im Hotel "Zum weißen Rössl" am Wolfgangsee im Salzkammergut, umgeben von majestätisch-hohen Bergen, unberührter Natur und niemals endender guter Laune, verzehrte sich Zahlkellner Leopold Brandmeyer (Herman Wallén) nach seiner unnahbaren Chefin Josepha Vogelhuber (Antje Bornemeier). Die hatte jedoch nur Augen für den Berliner Stammgast und Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler (Jan Reimitz). Der wiederum wollte lieber mit der jungen Ottilie (Frauke Becker) anbandeln, Tochter des Berliner Fabrikanten Wilhelm Giesecke (Bernd Gebhardt). Dem entgegen standen des Vaters Pläne, die Tochter mit dem Sohn seines Kontrahenten, Sigismund Sülzheimer (Maximilian Nowka) zu verheiraten, um einen Geschäftsstreit beizulegen.

Sülzheimer war aber seinerseits ebenfalls schon verliebt: in das lispelnde Klärchen (Marie-Audrey Schatz), Tochter von Professor Hinzelmann (Alois A. Walchshofer). Helfen und schlichten konnte in diesem Chaos der Gefühle nur einer: Kaiser Franz Josef II. (ebenfalls Walchshofer). Am Ende fand am Wolfgangsee jedes Töpfchen sein Deckelchen. Das Ensemble aus Titisee-Neustadt war wunderbar aufeinander eingespielt.

Da saß jede Pointe, etwa, wenn der Berliner Wilhelm Giesecke sich durch die österreichische Speisekarte mäanderte, nichts verstand und dann gerne eine Frikadelle hätte. Oder wenn der Piccolo, also der Hotelbursche, (Jürgen Strohschein) genau wie Zahlkellner Brandmeyer, als wiederkehrenden Running-Gag ein unterwürfiges "Bitte sehr, bitte gleich" in herrlichstem Hans-Moser-Österreichisch hervorquetschte. Dazu kamen die bekannten Lieder, die von der fünfköpfigen Band um Leiter und Keyboarder Johannes Zurl mit Hingabe in Dirndl und Lederhose gewandet dargeboten wurden. Das waren gute zwei Stunden heile Welt - zum Genießen.

Quelle: RP
 
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