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Remscheid
Bemühen um stabile Orchesterfinanzierung

Remscheid. Die GmbH verzeichnet ein gutes Jahr. Remscheid muss entscheiden, ob es Mehrkosten mitträgt. Von Christian Peiseler

Bei den Bergischen Symphonikern gibt es viel Bewegung. Neue Musiker sitzen in der ersten Reihe des Orchesters. Ein Nachfolger von Peter Kuhn wird gesucht. Und die Debatte über eine auskömmliche Finanzierung könnte bald wieder neue Fahrt aufnehmen.

Laut Stefan Schreiner, Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker, hat die GmbH ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht. "Wir haben ein gutes Jahr gehabt und besser abgeschnitten als erwartet", sagt Schreiner. Der Haustarifvertrag sei erfüllt, das Orchester auf 66 Stellen reduziert. Am Personal lasse sich nicht weiter sparen. In den vorigen Jahren gab es immer mal wieder Einmal-Effekte in der Bilanz, hervorgerufen durch ein früheres Ausscheiden eines Musikers als geplant. Das ist nun nicht mehr möglich. Mit dem Verzicht auf Weihnachtsgeld für zehn Jahre leisten die Musiker ihren Beitrag, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen.

Ob er mit den Zuschüssen der Stadt Remscheid, die zurzeit bei zwei Millionen Euro liegen, auskommen werde, fragte der kulturpolitische Sprecher der FDP, Philipp Wallutat, den Geschäftsführer in der jüngsten Kulturausschusssitzung. Hintergrund: In den kommenden Jahren wird der Finanzbedarf des Orchesters durch Tariferhöhungen weiter steigen. Schreiner verwies darauf, dass die Stadt Solingen Steigerungen bereits beschlossen habe. "Ob Remscheid sich daran beteiligt, weiß ich nicht", sagte Schreiner. Einen Plan B habe er nicht.

Im Remscheider Rat gibt es eine starke politische Front gegen höhere Zuschüsse für das Orchester. Angeführt von der FDP, den Grünen und der W.i.R. Die Liberalen berufen sich in ihrer Argumentation auch auf die Bezirksregierung. Diese verlange, die Kosten zu deckeln. Sie dürften nicht ins Uferlose steigen. "Wir müssen eine offene und faire Diskussion über dieses Thema führen. An deren Ende kann ja die Entscheidung stehen, dass man andere Dinge aufgibt und das Orchester fortführt. Denn eines wissen alle, die ehrlich sind: Wir haben keine Chance, mehr Geld auszugeben", hatte Wolf Lüttinger (FDP) zu Beginn des Jahres formuliert. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Orchester GmbH haben sich die Mitglieder auf eine zukunftssichernde Finanzierung verständigt. "Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat gut für das Orchester verhandelt", lobte Kulturausschussvorsitzender Karl-Heinz Humpert.

"Wir sind alle daran interessiert, Planungssicherheit und Liquidität für das Orchester zu sichern", sagte Mast-Weisz auf Nachfrage. Die Hoffnung ruht auf der Landesregierung. Beide Städte möchten von der Erhöhung des Kulturetats profitieren und mehr Geld zur Finanzierung der GmbH bekommen. Bisher gibt es aus Düsseldorf aber noch keinerlei Zusagen.

Quelle: RP
 
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