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Remscheid
Benefiz fürs Teo Otto Theater

Remscheid: Benefiz fürs Teo Otto Theater
Sollte der Theaterbesucher tunlichst nicht verlieren: die Garderobenmarke. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Mit Spenden aus dem Talk-Show-Topf haben Moderator Horst Kläuser und der Verein Pro Arte den Theateretat entlastet. Außerdem will sich der Förderverein für intensivere Werbung einsetzen. Der Bau aus den 50ern gehört zu den schönsten und am besten renovierten Häusern in Nordrhein-Westfalen. Von Christian Peiseler und Jürgen Moll (Fotos)

In einem ungewöhnlichen Kurzfilm über das Teo Otto Theater fliegt eine Drohne von der Bühne über die roten Stuhlreihen des Theaters und leuchtet die Schönheit dieses Saales aus. Dass dort künftig immer weniger Zuschauer sitzen und weniger Vorstellungen stattfinden, kommt einem wie ein Trauerspiel vor. Das Theater braucht mehr Unterstützung als bisher, um es für die Bürger der Stadt als einen attraktiven Ort zu erhalten. Reinhard Jammers, Vorsitzender von Pro Arte, und der Moderator Horst Kläuser von "Kall nit-talk" vereinbarten, gemeinsam für das Haus zu werben und Sponsoren zu interessieren. Der erste Erfolg ist ein neuer, hochwertiger Beamer für über 10.000 Euro. Bisher musste ein solches Gerät teuer ausgeliehen werden, wenn Aufführungen mit Video-Installationen arbeiten. Dieses Geld kann das Theater nun sparen. Es stammt aus dem Sponsorentopf für die Talkshow von Kläuser. "Als Förderverein wollen wir die Arbeit dieses wundervollen Hauses angesichts der schwierigen finanziellen Lage mehr unterstützen", sagte Jammers.

Das "wundervolle Haus" an der Konrad-Adenauer-Straße hebt sich von der Theaterlandschaft der Umgebung ab. Rechtzeitig erkannte die Politik damals, dieses Gebäude für einige Millionen Euro zu sanieren. Seit dem 11. Januar 2000 steht es unter Denkmalschutz. Am 30. September 2001 wurde es nach dem Remscheider Bühnenbilder Teo Otto in "Teo Otto Theater" umbenannt. Für die 50-Jahr-Feier im Oktober 2004 haben die Handwerker den Charme der 50er Jahre wieder hervorgehoben, ohne dabei antiquiert zu wirken. Die großformatigen Scheiben im oberen Foyer, die Wendeltreppe, die beide Geschosse elegant verbindet, die Leuchter, der rote Vorhang und die gepolsterten Sitze - all das und noch viel mehr sorgen für eine helle, freundliche Atmosphäre in einem geräumigen Haus mit 600 Sitzplätzen. In einem zweiten Schritt musste die Bühnentechnik, die teilweise noch aus dem Gründerjahr 1954 stammte, erneuert werden. Der TÜV hätte das Haus sonst geschlossen. Dann stünde Remscheid so dar wie seine Nachbarstädte Wuppertal, Düsseldorf und Köln. Dort ließen die Hausherren ihre Spielstätten vergammeln - bis nichts mehr ging. Das Schauspielhaus Wuppertal modert vor sich hin. In Düsseldorf ist sich die Politik nicht einig, ob die Spielstätte am Gustaf-Gründgens-Platz wieder in Betrieb genommen werden soll. Da hat es Remscheid besser.

Die Wand-Tütenlampen sind ein Markenzeichen des Teo Otto Theaters. Heute sind solche Mid-Century-Lampen genauso wie die Nierentische à la 1950er-Jahre im oberen Foyer absolut stylisch. FOTO: Moll Jürgen

Doch die Finanzierung des Spielplans befindet sich im freien Fall. Weniger Geld, weniger Vorstellungen, höhere Eintrittspreise. Wie soll das weitergehen?

Die Eintrittsgelder bei der nächsten Talk-Runde von Horst Kläuser am 1. November, 18 Uhr, sind erhöht worden (25 Euro). Ein kleines Benefiz-Zeichen in finanziell schwierigen Zeiten.

Solche Theatertechnik bleibt dem Zuschauer verborgen: Handkonterzüge und Oberlichtzüge. FOTO: Moll Jürgen

"This is the End" singt Weltstar Adele, als die Kamera-Drohne über die Stuhlreihen des Theaters fliegt. Die Textzeile bestärkt unfreiwillig die Schwarzmaler. Einerseits. Andererseits wirkt die Initiative von Pro Arte und Kläuser wie ein ehrliches Bekenntnis zum ersten Haus am Ort.

Quelle: RP
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