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Ansichtssache
Bergische Zusammenarbeit ist alternativlos

Meinung | Remscheid. Die Region kann nur gemeinsam weiter vorankommen. Viele Projekte werden angegangen - es gibt aber Bereiche, die ausbaufähig sind. Von Uwe Vetter

Manchmal verlaufen gut gemeinte Projekte nicht reibungslos. Die Absicht der drei bergischen Großstädte - mit ins Boot sollte zudem Leverkusen - eine gemeinsame Rettungssanitäterschule ins Leben zu rufen, musste aus Kostengründen zurückgestellt werden. Denn ohne einen erheblichen Eigenanteil der Städte wäre die Schule nicht zu realisieren gewesen, da die Refinanzierung der Kosten über die Krankenkassen fraglich war. Und da alle vier Städte finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, wurde das Projekt von den Verwaltungsspitzen auf Eis gelegt.

Regelmäßig treffen sich die Oberbürgermeister und Dezernenten aus der Region, um die Zusammenarbeit zu forcieren. Denn den Bergischen ist klar, dass sie bei aller Eigenständigkeit nur als Region wahrgenommen werden und besser an Fördertöpfe kommen. Ein Beispiel: die Bewerbung um Fördermittel des Landes im Rahmen einer künftigen "Regionale". 2016 waren das Bergische Städtedreieck und der Kreis Mettmann bei der Ausschreibung der Regionale 2025 mit ihrem Konzept "Transformation in der Region" nicht zum Zuge gekommen.

Für das Projekt wurde jetzt ein "Neustart" vereinbart: Die im Rahmen der Bewerbung entstandenen Konzepte und Ideen sollen in einem neuen Anlauf mit breiter Beteiligung der Kommunalpolitik und der Bürgerschaft sowie in Abstimmung mit der neuen Landesregierung weiterentwickelt werden.

Ein gemeinsames Vorgehen ist hier unabdingbar, um vielleicht im zweiten Anlauf an die Fördertöpfe zu gelangen. Die Regionale 2006 hat schon damals bergisch gut funktioniert und auch Remscheid mit diversen Projekten nach vorne gebracht. Ein gemeinsam umgesetztes Projekt aller drei Städte war beispielsweise der Müngstener Brückenpark.

Bei der Zusammenarbeit in der Kultur ist gleichwohl noch Luft nach oben. Es müsste doch gelingen, die Zusammenarbeit der Orchester zu verbessern. Das würde Kosten sparen, es bestünde aber auch die Möglichkeit, das Orchester aufzuwerten. Entsprechende Schritte hin zu einer "Kooperative Bergischer Kulturraum" wurden beim jüngsten Treffen der drei Oberbürgermeister auf Schloss Burg jedenfalls auf den Weg gebracht. Die Kulturszene soll mitreden. Das ist auch gut so.

Ein gemeinsames Vorgehen der Region ist auch in anderen Bereichen alternativlos. Immer dann, wenn Bund und Land den Städten neue Aufgaben zuweisen - es dabei aber oft unterlassen, den klammen Kommunen auch entsprechende Finanzmittel zuzuteilen. Die neue Landesregierung hat offenbar vor, die Städte an der Krankenhausförderung des Landes zu beteiligen. Für Stärkungspakt-Kommunen, aber auch für die Nachbarn wäre das ein Schlag ins Kontor. Die Kämmerer in der Region fürchten überdies, dass eine neue Bundesregierung die Einkommensteuern senken könnte. Auch das hätte negative Auswirkungen auf die Kassen - wehren kann man sich nur gemeinsam.

Gemeinsam handeln - die Chefs der drei Rathäuser und die Wirtschaftsförderer treffen sich Anfang Oktober bereits wieder. Dann in München auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real. Die Messe gilt als zentrales Präsentationsformat der Immobilienwirtschaft und Visitenkarte der Städte und Regionen. Solingen, Remscheid und Wuppertal sind hier an einem Stand gemeinsam vor Ort.

Sie wissen: Alleine würden sie dort kaum wahrgenommen.

Quelle: RP
 
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