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Remscheid
Berufskolleg - Bericht der Stadt verärgert die Politik

Remscheid: Berufskolleg - Bericht der Stadt verärgert die Politik
Bernd Quinting (CDU) vermisst einen Schulhof. FOTO: BM-Archivfoto
Remscheid. Kritik an Informationspolitik der Verwaltung. Ein gründlicher Vergleich der drei Standorte sei aktuell nicht möglich. Von Henning Röser

Die Entscheidung über den neuen Standort für das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung wird kein Durchmarsch für die Verwaltung. Die Vorlage, in der die Stadt den Standort auf der Alleestraße zum klaren Favoriten erklärt, wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid an Dienstagabend scharf kritisiert.

Mit einem Kamm, aus dem man viele Zinken herausgebrochen hat, verglich Grünen-Sprecherin Beatrice Schlieper das Papier der Verwaltung. Viele wesentliche Informationen fehlten. Darum sei ein sauberer Vergleich der drei zur Auswahl stehenden Standorte (die anderen beiden sind der Hauptbahnhof und das Berufskolleg Technik an der Neuenkamper Straße) nicht möglich. So vermissen die Grünen schlüssige Parkraumkonzepte für die drei Standorte. Auch die Frage, ob die Bezirksregierung einem Grundstückskauf auf der Alleestraße zustimmt, sei offen. Schlieper schlug vor, das Thema in aller Ruhe zu beraten und erst in der Ratssitzung im Juni eine Entscheidung zu treffen.

Der CDU wiederum fehlen Aussagen zum pädagogischen Aspekt, sagte Sprecherin Rosemarie Stippekohl. Wie vertragen sich die Standorte mit den Zielen der Schule? Was sagt die Schulkonferenz? Irritiert ist die Fraktion auch über das Festpreisangebot für eine schlüsselfertige Übergabe, dass die Verwaltung für den Standort Alleestraße vorliegen hat. 22 Millionen soll das kosten, immerhin vier Millionen Euro mehr als ein Neubau am Bahnhof.

Die erhoffte Belebung der Alleestraße durch die Berufsschüler dürfe nicht das ausschlaggebende Argument bei der Entscheidung sein, sagte CDU-Ratsherr Bernd Quinting. Schulische Dinge seien wichtiger. Etwa die Frage, dass die Schule über keinen Schulhof verfügen soll und die Schüler für diesen Zweck wohl das Dach des Neubaus benutzen sollen.

Dass der Stadt bereits seit Oktober 2014 eine Machbarkeitsstudie eines Architekturbüros (für das auch ein Remscheider Ratsherr arbeitet) für die Alleestraße vorliegt, die Politik aber erst jetzt über einen möglichen dritten Standort informiert werde, kritisierte Fritz Beinersdorf (Linke). "Irgendetwas stimmt da nicht."

Sigmar Paeslack (SPD) appellierte an die Ratskollegen, das Thema nicht "im Vorfeld kaputt zu reden". Auch Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) sieht die Diskussion erst am Anfang. Die BV vertagte einen Beschluss und will nun auf weitere Informationen warten.

Quelle: RP
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