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Remscheid
Berufsschüler drucken Trillerpfeifen

Remscheid: Berufsschüler drucken Trillerpfeifen
Dominik Adanek, Kevin Martin, Melina Borchert, Felisha Otto und Lehrer Carsten Kunert nutzen den neuen 3D-Drucker des Berufskolleg Technik. Rechts sieht man auf dem weißen Brett die Umrisse der Trillerpfeife. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Dreidimensionale Drucktechnik verändert das Berufsbild. Aus technischen Zeichnern werden Produktdesigner. Von Bernd Geisler

Carsten Kunert hält eine schwarze Trillerpfeife in der Hand. "Diese Pfeife haben die Schüler selbst hergestellt", sagt der Lehrer am Berufskolleg Technik. Dann fügt er eine kleine Pause ein und sagt danach: "Die Schüler haben sie gedruckt." Da staunt der Laie und denkt an seinen heimischen PC-Drucker. Wirklich gedruckt?

Kunert kennt solche erstaunten Reaktionen, seitdem das Berufskolleg mit 3D-Druckern arbeitet. Das neueste Modell sponserte die Stadtsparkasse Remscheid. Es heißt nach wie vor "drucken", obwohl beim dreidimensionalen Druck Kunststoff die Farbe ersetzt. Der 3D-Drucker spritzt ihn aus einer Düse auf einen Untergrund nach vorgegebenen, räumlichen Koordinaten.

In diesem Fall waren es die Koordinaten der Trillerpfeife. Das Kügelchen, das den Triller erzeugt, fertigte der Drucker in der Pfeife gleich mit. Vor dem ersten Triller muss es durch Fingerdruck nur von seiner Befestigung im Inneren gelöst werden.

Eine andere Anwendung des 3D-Druckers zeigt den Prototyp einer "Fliegenden Kugel", deren Steuerruder gedruckt worden sind. "Mit dieser Technik eröffnen sich ganze neue Berufsbilder", sagt Holger Schödder, der Schulleiter des Berufskollegs. So ersetze in Zukunft der Technische Produktdesigner den Technischen Zeichner. Statt am Zeichenbrett mit Zirkel und Lineal zu hantieren, erzeugt der Technische Produktdesigner Grafiken und räumliche Modelle am Computer. Von dort ist der Schritt nicht mehr weit, die Daten des fertigen Konstrukts an eine CNC-Maschine, Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) oder eben an einen 3D-Drucker zu senden.

Daniel Michel (21) befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Technischen Produktdesigner. "Wir haben viel mehr Möglichkeiten als der frühere Technische Zeichner", sagt er. "Wir können konstruieren und bekommen sofort ein Feedback, ob und wie es funktioniert." Der Rechner könne nicht nur den Fertigungsprozess und die Funktionsweise des konstruierten Modells simulieren, sondern bei Bedarf einen Prototyp sofort auch als Kunststoffmodell drucken. Die Anforderungen, diesen Beruf zu erlernen, seien ähnlich denen des Technischen Zeichners, sagte Schödder. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre mit Abschluss vor der IHK. Ein Händchen für Mathematik- und Physikkenntnisse sowie für den Umgang mit Computern sollte man schon haben. Ebenso räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis. Und ganz wichtig: Kreativität - die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Ein Beispiel dafür nannte er spontan: Vielleicht könne man in absehbarer Zukunft seinen eigenen dritten Zähne drucken.

Quelle: RP
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