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Remscheid
Bestar beklagt Einsatz des OBs für Stahlcenter

Remscheid: Bestar beklagt Einsatz des OBs für Stahlcenter
Hans-Joachim Wagner (l.) und Dennis Wagner sind die Geschäftsführer des Stahlhändlers Bestar. FOTO: Bestar
Remscheid. Dennis Wagner, Mitglied der Geschäftsführung des Stahlhändlers Bestar in Remscheid, sieht in der politischen Initiative für den Erhalt des ThyssenKrupp Stahlcenters einen Eingriff ins Marktgeschehen. Von Christian Peiseler

Dennis Wagner, Mitglied der Geschäftsführung des Stahlhändlers Bestar, wundert sich über die Initiative von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, sich gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaft und der Mittelstandvereinigung für den Erhalt des Sägenstahlcenters von ThyssenKrupp einzusetzen. "Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sich der Oberbürgermeister für den Erhalt der Tochter eines Konzerns engagiert und dabei den örtlichen Mittelstand in seinem Wachstum behindert", sagt Wagner.

Es sei zwar bedauerlich, wenn ThyssenKrupp sein Stahllager in Remscheid schließen will. Aber alle Stahlhändler müssten sich dem Markt stellen. Die Initiative des Oberbürgermeisters wertet Wagner als einen Eingriff in das Marktgeschehen. Die Schließung habe laut Wagner offenbar auch keine gravierenden sozialen Folgen für die Mitarbeiter, denen der Konzern neue Stellen anbieten will. Die angebliche Sorge mancher Mittelständler, mit der Schließung des Stahlcenters sei der Nachschub für die Produktion gefährdet, kann Wagner nicht teilen. "Jeder, der Sägen- und Messerstahl benötigt, wird ihn bekommen", sichert der Stahlhändler zu. An den beiden Standorten im Gewerbegebiet Überfeld lagern 8 400 Tonnen Werkzeugstahl.

Als Grund für die Schließung des Remscheider Standortes gab die ThyssenKrupp Konzernzentrale vor Wochen an, das Werk befinde "sich in einer schwierigen Situation und sei nicht in der Lage, langfristig erfolgreich zu wirtschaften". 17 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Mit der Schließung des Werkes sind die Mitarbeiter nicht einverstanden. Laut Auskunft der IG Metall beurteilt der Betriebsrat die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes im Gegensatz zur Konzernzentrale in Duisburg als durchaus profitabel. Auch wenn ein Konkurrent von Bestar vom Markt verschwinden sollte, will Wagner die Situation nicht ausnutzen und an der Preisschraube drehen. "Wir wissen, dass unsere Kunden im internationalen Wettbewerb bestehen müssen", sagt Wagner. Er habe also großes Interesse, dass seine Kunden sich auf den globalen Märkten weiter behaupten können.

Seit 1978 existiert der Stahlhändler Bestar in Remscheid. Hans-Joachim Wagner (Senior) entwickelte seit Anfang der 80er Jahre das damals kleine, vierköpfige Unternehmen zu einem Global Player mit heute 46 Mitarbeitern. "Stahl ist keine Massenware, sondern ein Hightech-Produkt", sagt Wagner. Über 20 000 Tonnen liefert Bestar im Jahr aus.

Knapp ein Viertel seiner Kunden sitzen in Deutschland. Und viele Abnehmer stammen aus Remscheid und dem Bergischen Land. "Wir verstehen uns auch weiter als ein verlässlicher Partner der Sägen- und Messerindustrie im Bergischen", sagt Wagner.

Quelle: RP
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