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Remscheid
Bestseller-Autor beim Gründerevent

Remscheid: Bestseller-Autor beim Gründerevent
Felix Thönnessen, Autor des Ratgebers "Erfolgreich Unternehmen gründen", berichtete in rund einer Stunde darüber, wie Träumer einen Plan entwickeln und Realisten ihre Visionen umsetzen können. FOTO: Wolfgang Weitzdörfer
Remscheid. Der aus der TV-Show "Die Höhle der Löwen" bekannte Felix Thönnessen aus Düsseldorf sprach am Mittwochabend in der Lenneper Klosterkirche vor rund 100 Interessierten über Träume und Visionen von Existenzgründern. Von Wolfgang Weitzdörfer

Der Minoritensaal der Klosterkirche war am Mittwochabend wieder einmal fest in der Hand von Jungunternehmern: Die jährlich etablierte Veranstaltung "Gründerevent" zog einmal mehr eine Menge Publikum nach Lennep, was sicherlich auch am hochkarätigen Referenten des Abends lag. Die Remscheider Gründerschmiede hatte gemeinsam mit den Wirtschaftsjunioren und der Stadtsparkasse den Coach, Investor und Bestseller-Autor Felix Thönnessen gewinnen können, um einen Vortrag zum Thema Existenzgründung zu halten.

Der Autor des Ratgebers "Erfolgreich Unternehmen gründen" berichtete in rund einer Stunde darüber, wie Träumer einen Plan entwickeln und Realisten ihre Visionen umsetzen können. Etwa 100 Interessierte wollten sich zu diesem Thema informieren - und nutzten zudem die Gelegenheit, um im Anschluss an den Vortrag miteinander und auch mit dem Coach, der vielen im Publikum wohl am ehesten aus der Vox-TV-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt gewesen sein dürfte, ins angeregte Gespräch zu kommen.

Und Thönnessen hatte zum Thema tatsächlich einiges zu sagen: Nicht nur hat der Mittdreißiger selbst schon mehr als 30 Unternehmen gegründet - "und kürzlich meine erste Insolvenz angemeldet, eine durchaus lustige Erfahrung!" -, 470 Businesspläne selbst geschrieben und bereits weit über 100 Vorträge dazu gehalten. Und folglich hatte er sein Publikum direkt in der Hand: "Ich bin ja nicht derjenige, der Hunderte von Folien mit PowerPoint an die Wand wirft - ich will euch heute Geschichten erzählen", sagte Thönnessen. Und brachte dabei natürlich vor allem Beispiele aus der Vox-Sendung. Etwa indem er von einem Start-up berichtete, das Kondome auf ganz neue Art vertrieben hat. "Der Hauptgrund dafür, dass Start-ups scheitern, ist nicht das Produkt. Es sind der Vertrieb und die Präsentation." Denn das Kondom sei ja nun ein Produkt, das alles andere als neu ist. Und so erzählte Thönnessen von ganz neuen Wegen der Präsentation, die direkt an die Zielgruppe gerichtet waren. Und berichtete auch davon, dass man unvermeidliche Rückschläge immer zum eigenen Vorteil nutzen sollte.

Der gleichermaßen Medien- wie Gründerprofi schaffte es dabei, seine Themen gleichzeitig humorvoll und informativ ans Publikum zu bringen. "Wir sind ja beim Gründen immer auf der Suche nach dem nächsten Facebook oder Twitter. Aber wir brauchen eigentlich nur eine interessante Verpackung, einen pfiffigen Namen, für unser bereits bekanntes Produkt", sagte Thönnessen. Zum Beispiel in Form von "Fancy Porridge" statt "Haferschleim". Eine andere Möglichkeit sei auch der sogenannte Assimilationseffekt: "Der Mensch ist dahingehend teilweise sehr einfach gestrickt", sagte der Coach und verwies etwa auf die Ähnlichkeit zwischen alten iPods und moderneren iPhones oder zeigte ein Bild von sich und Oliver Bierhoff nach einem gemeinsamen Vortrag: "Das Bild ist das meistgeteilte meiner Bilder in den sozialen Medien gewesen - aber doch nicht meinetwegen, sondern natürlich wegen Bierhoff", sagte Thönnessen. Weiter betonte er die Wichtigkeit der konkreten Beschreibung der eigenen Idee, denn: "Bei 50 Prozent der Ideen, die mir nach Veranstaltungen wie heute vorgetragen werden, verstehe ich die Idee nicht."

Ein weiterer Rat, den Thönnessen den Zuhörern mit auf den Weg gab, war: "Redet über eure Idee mit möglichst vielen Menschen - am besten vor allem mit Nicht-Kunden. Haltet nicht damit hinterm Berg", sagte der Coach. Interessant auch, was Thönnessen anhand einer kleinen Logikaufgabe verdeutlichte: "Ihr müsst bereit sein, neue Wege zu gehen: Lebt das Thinking-outside-the-box-Prinzip", sagte er. Das Publikum reagierte auf den etwa einstündigen Vortrag gut gelaunt und konnte sich so mit zahlreichen Anregungen und Ideen in den sich anschließenden Austausch begeben.

Quelle: RP
 
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