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Ansichtssache
Bewegung im Wohnungsmarkt in zwei Richtungen

Remscheid. Remscheid wird als Wohnort attraktiver, die Immobilienpreise klettern. Zugleich droht mehr Menschen Obdachlosigkeit.

Wenn heute um 10 Uhr die Stadtsparkasse ihre Türen zur Immobilienmesse öffnet, ist Andrang garantiert. Der Immobilienmarkt boomt auch in der Seestadt auf dem Berge weiter, die Nachfrage ist größer als das Angebot. 680.000 Euro kostet die teuerste Wohnung im Neubauprojekt an der Königstraße, das hier erstmalig präsentiert wird. Dass in Remscheid eine Wohnung zu diesem Preis verkäuflich ist, hätte er vor nicht allzu langer Zeit nicht für möglich gehalten, sagte der Sparkassenvorsitzende Frank Dehnke bei der Vorstellung der Börse.

Geschuldet ist dieser Boom zum einen den weiterhin niedrigen, ja nicht mehr vorhandenen Zinsen. Die Geldpolitik der EZB macht jene täglich ärmer, die ihre Ersparnisse auf dem Sparkonto lassen und lässt die anderen nach Wegen suchen, wie sie ihr Geld besser anlegen können.

Der Boom ist aber auch ein Stück weit Ausdruck davon, dass Remscheid als Wohnort attraktiver wird. Eigentum in Düsseldorf ist auch in Randlage unbezahlbar, warum also nicht im schönen Apartment am Rande des Stadtparks wohnen, mit Blick bis nach Köln oder hinüber zur Sternwarte. Die Welle dieser Kunden ist von Solingen aus über die Müngstener Brücke nun auch bis nach Remscheid geschwappt. Da kann auch die suboptimale Verkehrsanbindung an die boomenden Großstädte am Rhein nicht mehr abschrecken.

Dass dieses zarte Heranrücken an Großstadtverhältnisse auch in anderer Richtung passiert, zeigte in dieser Woche ein Bericht aus dem Sozialdezernat. Die Mitarbeiter der zentralen Stelle für Wohnungshilfe tun sich immer schwerer, Menschen, denen der Verlust ihrer Wohnung droht, zu helfen. Die vermittelnden Gespräche mit den Vermietern sind seltener als früher erfolgreich. Die Eigentümer wollen ihrer Miete nicht hinterherlaufen. Wer mehrere Monate nicht zahlt, hat ein Problem. Und das sind in einer Stadt mit steigender Pro-Kopf-Verschuldung immer mehr Menschen.

Remscheid arbeitet zum Glück an beiden Themen. Den Bedarf nach Angeboten für neue Eigenheime oder moderne Eigentumswohnungen hat die Verwaltung auf dem Schirm. Und bald soll in Kooperation mit einem Beratungsunternehmen auch das Konzept der Obdachlosenhilfe überarbeitet werden.

Quelle: RP
 
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