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Remscheid
Bewegung schützt vor Schlaganfall

Remscheid. Ein roter Londoner Doppeldecker-Bus hielt gestern auf seiner deutschlandweiten Aufklärungstour auf der oberen Alleestraße: Medizinisches Fach- und Pflegepersonal des Sana-Klinikums sowie Mitarbeiter der Punkt-Apotheke und der BKK Pronova Gesundheitskasse informierten die interessierten Passanten und führten kleinere Untersuchungen, wie ein Ultraschall der Hauptschlagader, durch. Die Resonanz war groß. Von Cristina Segovia-Buendía

Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Kribbeln in den Fingern, Seh- und Sprachstörungen bis hin zur halbseiteigen Lähmung. All das sind Symptome eines möglichen Schlaganfalls. Deutschlandweit werden jährlich 300 000 Fälle registriert. Für Remscheid und Umgebung behandelt das Sana-Klinikum in seiner Schlaganfallstation jedes Jahr rund 800 Patienten, berichtet Professor Dr. Ulrich Sliwka, Chefarzt der Neurologie. Tendenz steigend. "Risikofaktor Nummer eins ist nach wie vor der Bluthochdruck." Vor allem ältere Menschen mit hohem Cholesterinwerten, Raucher, Diabetiker sowie Menschen mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. "Mit einem gesunden Lebensstil, mediterraner Kost und ausreichender Bewegung kann vorgebeugt werden", sagte der Experte.

Marion Reimann (64) nahm das Angebot des Info-Busses gerne an: "Ich finde die Aktion sehr gut. Es ist ja ein stark verbreitetes Thema." Trotz familiärer Vorbelastung war sie länger nicht mehr beim Arzt, berichtete sie. "Ich finde es hier angenehmer als in der Arztpraxis." Die Hemmschwelle, zum Arzt zu gehen, sei doch größer. Statistisch betrachtet sind Männer häufiger betroffen, doch einen Schlaganfall kann jeden treffen. Die Ursachen sind unterschiedlich, weiß Martina Hahn-Utzerath, Leiterin der Schlaganfallstation: "Es gibt angeborene Schädigungen, aber auch Faktoren, die sich gut behandeln lassen wie etwa Bluthochdruck. Das Cholesterin sollte man im Auge behalten, das Rauchen sollte man ohnehin ganz sein lassen." Passiert es dennoch, hilft schnelles Handeln, erklärte Ergotherapeutin Magdalena Antosik: "Die Genesung ist abhängig davon, wie schnell bei einem Schlaganfall reagiert wird. "Schlaganfälle sind sozialmedizinische Probleme, die mit Behinderungen einhergehen und schließlich die gesamte Familie betreffen", sagte Chefarzt Sliwka. Umso wichtiger sei es, die Bevölkerung frühzeitig zu informieren.

Quelle: RP
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