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Remscheid
Blumenbeete lassen Remscheid leuchten

Remscheid: Blumenbeete lassen Remscheid leuchten
Stiefmütterchen vor dem Allee-Center sollen in diesen Tagen deutlich machen, dass es bereits Frühling ist. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Auch in diesem Jahr sollen wieder Flächen mit Wildblüten bepflanzt werden. Patenschaften für Flächen lohnen nicht. Von Christian Peiseler

Blumen tun der Seele gut. Vor allem in einer Stadt, die wie Remscheid gerne Grau in Grau trägt. Die Narzissenfelder an der Elberfelder Straße, die Stiefmütterchen auf der Alleestraße - die Mitarbeiter der Grünflächenabteilung der Technischen Betriebe sind darum bemüht, mehr Farbe und Freundlichkeit durch Blumenbeete in die Zentren der Stadt zu bringen. Das Erfolgsrezept des Vorjahres, große Flächen mit einer Mischung aus Wildblüten auszustatten, soll in diesem Jahr verstärkt angewendet werden. "Wir wollen, dass von Frühjahr bis etwa September in der Stadt die Blumen blühen", sagt Oliver Jilg, stellvertretender Leiter des Amtes für Grünflächen, Friedhöfe und Forst bei den Technischen Betrieben (TBR).

Noch nie hätten die TBR so viel positive Resonanz von Bürgern bekommen wie im vorigen Jahr. An neun Stellen im Stadtgebiet haben die Mitarbeiter die Wildblüten insgesamt eingesät, unter anderem an der Freiheit-, an der Neuenkamper- und der Wansbeckstraße.

1,5 Millionen Quadratmeter liegen in der pflegerischen Obhut von 30 Mitarbeitern des Grünflächenamtes. Kindergärten und Friedhöfe ausgenommen. Die Fläche ist viel zu groß, um alles gleichzeitig in einem Topzustand zu halten. Die TBR vergeben daher auch viele Aufträge an Gärtnereien. Und auch das reicht nicht für alle Flächen zur gleichen Zeit.

Vor einigen Jahren kursierte in der Stadt die Idee, für gewisse Flächen Paten zu suchen, die sie pflegen. Die Idee hat sich aber als nicht sonderlich praktikabel erwiesen.

"Eine Patenschaft ist mit Problemen verbunden", sagt Jilg. Das liege nicht an den Paten. Das Engagement der wenigen Bürger, die sich gemeldet haben, sei aller Ehren wert. Aber ein so großer Betrieb wie die TBR muss betriebswirtschaftlich arbeiten. Da ist jede Tour geplant, jeder Arbeitstag klar strukturiert. Wenn ein Pate morgens anrufe mit dem freundlichen Hinweis, heute habe er frei, man könne eine Ladung Mulch zum Auftragen bringen, muss das Hilfsangebot leider abschlägig beschieden werden. Wegen einer Fuhre Mulch einen Laster durch die Stadt zu schicken, das rechne sich nicht, sagt Jilg. Außerdem kommen für Patenschaften nur Flächen in Frage, auf denen das Arbeiten absolut ungefährlich sei. Einen Grünstreifen am Straßenrand - das wolle man keinem Paten zumuten. So beschränkt sich die Pflege von öffentlichem Grün durch Bürger in erster Linie auf die Gestaltung von Baumscheiben. Wo Kindergärten in der Nähe sind, werde die Bepflanzung gerne als eine gemeinschaftliche Aktion genutzt. Wo es hübsch aussieht, sammelt sich auch kein Dreck. Blumen, gemähte Rasenflächen, saubere Ränder und beschnittene Bäume sollen auch verhindern, dass Bürger ihren Müll einfach auf den Rasen an der Straße werfen. "Leider finden wir immer noch viel zu viel Müll, den wir zuerst entsorgen müssen, bevor wir mit der Pflege beginnen können", sagt Jilg. Vor allem in der Nähe von Ampeln scheint die Versuchung besonders groß zu sein, mal eben seinen Dreck aus dem Fenster zu schmeißen.

Quelle: RP
 
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