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Wachwechsel bei der Polizei
Borst übernimmt "Vorzeige-Inspektion"

Wachwechsel bei der Polizei: Borst übernimmt "Vorzeige-Inspektion"
Wachwechsel am Quimperplatz: Remscheids neuer Polizeichef heißt Jochen Borst (links). Der Leiter der Gefahrenabwehr, Manfred Scheibe, wünscht ihm Glück zum Start. FOTO: Stephan_Singer
Remscheid. Der neue Polizeichef, Jochen Borst, ist 32 Jahre alt und kommt direkt von der Polizei-Akademie. Doch hat er vorher schon viele Stationen durchlaufen. Remscheid gilt bei der Polizeiführung als gut aufgestellt, das Kriminalitätsaufkommen bleibt gering. Von Bernd Bussang

Seit vier Tagen hat Jochen Borst den Schreibtisch im Chefzimmer der Hauptwache am Quimperplatz. Viel Zeit, sich ein Bild von seinem neuen Tätigkeitsumfeld zu machen hatte der gebürtige Bayer mit Wohnsitz in Königswinter bisher nicht. "Ich weiß zumindest, wie ich ohne Navi nach Remscheid komme", sagte er augenzwinkernd. Doch will der neue Polizeichef, der zum Monatswechsel das Amt von Robert Hall übernommen hatte, sich in der Stadt umtun. Einen Antrittsbesuch beim Oberbürgermeister im Rathaus habe es schon gegeben, ebenso wie erste Visiten in Bezirksposten der Polizei.

Von einem "Generationswechsel" und einem "Neuanfang" spricht Manfred Scheibe. Er ist Leiter Gefahrenabwehr im Wuppertaler Präsidium, das für die drei bergischen Städte und somit auch für Remscheid zuständig ist. Dort hatte sich das Personalkarussell gedreht. Der Solinger Polizeichef Stefan Cronenberg hatte die Leitung de Wuppertaler Verkehrsdirektion übernommen, nachdem Ernst Adam nach Düsseldorf wechselte. Dadurch wurde in der im Vergleich zu Remscheid größeren Inspektion in Solingen ein Chefsessel frei. Denn wollte die Polizeiführung offenbar mit dem diensterfahrenen Hall besetzen. Der 58-Jährige fühlte sich zwar dem Vernehmen nach in Remscheid bestens aufgehoben, ließ sich aber nicht lange bitten.

So hat der 32-jährige Jochen Borst nun eine Startrampe, die sein Vorgesetzter Manfred Scheibe als eine "Vorzeige-Inspektion", bezeichnet. Remscheid sei mit seinen 133 Polizisten, davon 116 in Uniform, gut aufgestellt und bekannt für ein funktionierendes, ja geradezu "familiäres" Betriebsklima. Die Kriminalitäts-Kennzahlen etwa beim Einbruchdiebstahl seien entgegen dem allgemeinen Trend günstig. Scheibe ist überzeugt: "In Remscheid gibt es keine Baustellen." Dass die Werkzeugstadt, anders als etwa die bergischen Nachbarstädte Wuppertal und Solingen, beim Kriminalitätsgeschehen weiterhin als besonders sicher gilt, führt der Leiter der Gefahrenabwehr auf das im positiven Sinne "kleinstädtische" Flair der kleinen Großstadt zurück. Weniger Durchreisende oder engere Nachbarschaftskontakte wirken sich offenbar bei den Kriminalitätszahlen positiv aus.

Mangelnden Respekt gegenüber der Polizei, insbesondere von jungen muslimischen Migranten gegenüber weiblichen Beamten, wie sie die griechischstämmige Polizistin Tania Kambouri in ihrem jüngsten Buch beschreibt, sei auch im Bergischen "Teil der Realität, die uns im Wachdienst begegnet"sagt Scheibe. Kambouri, die jetzt in Bochum arbeitet, war zuvor in der Wuppertaler Einsatzhundertschaft.

Quelle: RP
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