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Remscheid
Bosbach geht beim Joker kein Risiko ein

Remscheid. Beim "Prominenten-Special" von "Wer wird Millionär?" haben CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Philosoph Richard David Precht gezeigt, was sie quiztechnisch drauf haben. Von Guido Radtke

Ganz tief im Archiv gekramt haben die Macher von "Wer wird Millionär ?" beim jüngsten Prominenten-Special, um an den ersten Auftritt von Richard David Precht im Studio zu erinnern. Im November 2003 jedoch hatte es der Philosoph bei der Auswahlfrage nicht auf den Stuhl gegenüber von Günter Jauch geschafft. "Zwei Fragen habe ich richtig beantwortet, war aber jeweils nicht schnell genug", sagte der gebürtige Solinger. Bücher habe er damals bereits geschrieben, aber noch nicht erfolgreich. "Daher hätte ich das Geld gut gebrauchen können."

In der am Montag gesendeten Aufzeichnung spielte Richard David Precht für den guten Zweck, musste allerdings erneut die Schnelligkeit der Konkurrenten bei der Auswahlrunde anerkennen. Nach Wolfgang Bosbach und Elton wechselte der 52-Jährige als Dritter auf den Platz am Quiz-Pult. Bis dahin schien er fast jede Antwort seiner Mitstreiter gewusst zu haben, nickte regelmäßig und hatte stets plausible Erklärungen parat. Folglich waren die Erwartungen hoch, dass Richard David Precht womöglich alle 15 Fragen gestellt bekommen würde.

Ganz offen gab der Philosoph zu, sich bei einem Thema nicht auszukennen. Bei der sechsten Frage etwa, als es zu klären galt, was im britischen Straßenverkehr im Vergleich zum deutschen eher unüblich ist (Antwort: Mal eben rechts ranfahren). "Ich fahre kein Auto", machte er deutlich. Weil er nicht ahnen könne, wie die anderen Verkehrsteilnehmer denken und handeln. Dabei ist Precht im Besitz eines Führerscheins. Günter Jauch wollte wissen, wie er trotzdem die Prüfung geschafft habe. "Ich bin in einer Kleinstadt gefahren - in Solingen."

Auch in Sachen Grimm's Märchen plauderte Richard David Precht aus dem Nähkästchen - dass er sie als Kind zu brutal fand und sie deswegen nicht gelesen habe. Nur mit dem 50:50-Joker rettete er sich zur Antwort "Das tapfere Schneiderlein" auf die 64.000-Euro-Frage, welches grimmsche Märchen damit beginnt, dass die Titelfigur an einem Sommermorgen auf ihrem Tisch am Fenster sitzt. Dieser Betrag fließt als Spende an den Bundesverband "Mentor - die Leselernhelfer". Der englische Fußballtrainer Shakespeare war dem Philosophen bei der folgenden Frage kein Begriff.

Zum zweiten Mal saß Wolfgang Bosbach auf dem Stuhl gegenüber von Günter Jauch. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Rheinisch-Bergischen Kreis eröffnete den Abend mit einigen unterhaltsamen Szenen und süffisanten Kommentaren. Souverän arbeitete sich der 62-Jährige bis zur 500.000 Frage, bei der er sogar noch auf den Telefon-Joker zurückgreifen konnte. Bei der Beantwortung fehlte dem Politiker allerdings die Traute, auf die Freundin seiner Frau zu hören. Diese hatte instinktiv vermutet, dass "Rund die Hälfte aller Dreifingerfaultiere angeblich stirbt während . . ." - "des Toilettengangs". Alternative Antworten waren "des Paarungsakts", "der Nahrungsaufnahme" und "des Mittagsschlafs". Bosbach ging kein Risiko ein, passte und erzielte somit einen Gewinn in Höhe von 125.000 Euro für die Spendenziele "Hits für Hospiz" in Overath und "Hospiz - die Brücke" in Bergisch Gladbach.

Quelle: RP
 
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