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Remscheid
Brand im Swingerclub Beverly: Zeuge belastet den Angeklagten

Remscheid. Wenn der Angeklagte wusste, dass im Swingerclub Beverly regelmäßig Menschen übernachten, musste er auch in jener Nacht, als er das Haus mit Hilfe von fünf Litern Benzin in Brand setzte, damit rechnen, dass Menschen sterben. Daher lautet die Anklage gegen den 42-jährigen Veranstalter unter anderem auch auf versuchten Mord.

Am Donnerstag stützte ein Zeuge diese Anklage. Der 45-Jährige, einer der beiden Inhaber des Swingerclubs, sagte aus, dass das Thema Übernachtung sogar bei einem der Verhandlungsgespräche über das Honorar des Angeklagten eine Rolle spielte. "Ich sagte, wenn ich schon ein ganzes Wochenende hier bin für eine Veranstaltung, dann muss es sich schon lohnen." Bei einer anderen Gelegenheit sei thematisiert worden, dass der Marketing-Manager sich bereits schlafen gelegt habe. "Im Beverly haben immer zwischen vier und acht Personen geschlafen", sagte der Zeuge, Mitarbeiter wie auch manchmal Gäste, wenn sie zu viel getrunken hatten.

Auch das von dem Angeklagten angegebene Tatmotiv, nämlich Ärger über zu wenig Gage, konnte der Zeuge nicht nachvollziehen. Nachdem er den Club im Mai 2014 mit einem Geschäftspartner übernommen habe, sei ihm aufgefallen, dass die Bezahlung des Angeklagten, der Shows veranstaltete, für die mit "Junge Schwarze für alte weiße Frauen" geworben wurde, unverhältnismäßig hoch waren. Bei einer Zahlung von der Hälfte der Bruttoeinnahmen an den Show-Veranstalter könne das Beverly nicht wirtschaftlich betrieben werden. Der Zeuge sagte aus: "Wir haben mit ihm dann vereinbart, dass er 20 Prozent der Bruttoeinnahmen bekommt, er hat das so akzeptiert." Die erste Veranstaltung nach der neuen Regelung habe er dann selbst mit dem Angeklagten abgerechnet, es habe dabei keine Probleme gegeben. Auch am Tatabend war der Zeuge in dem Swingerclub, verließ ihn aber, bevor mit dem Angeklagten abgerechnet wurde. "Hätte irgendetwas auf Probleme hingewiesen, wäre ich zum Abrechnen geblieben", sagte der Kaufmann, der im Übrigen angab, dass das Beverly lediglich mit 600 000 Euro versichert war und auch ansonsten "keine Gelddruckmaschine" gewesen sei. Zu hoch seien die Unkosten für Essen, Trinken, Sexsteuer, Personal und Programm gewesen.

Nächster Prozesstag vor dem Landgericht in Wuppertal ist der 6. August, Beginn 9.15 Uhr. Dann soll die Aussage des Marketingmanagers fortgesetzt werden.

(aki)
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