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Remscheid
Brockmann: Gläserstreit entzweit Wirte

Remscheid: Brockmann: Gläserstreit entzweit Wirte
Ein Prosit auf Lennep - aber bitte mit Wein im Glas. Zum Winzerfest dürfen auch bei den Wirten die Gläser klirren. FOTO: THL (Archiv)
Remscheid. In Lennep regt sich Unmut wegen Ungleichbehandlung, sagt der LKG-Chef. Das Ordnungsamt: "Alles ist klar geregelt." Von Solveig Pudelski

Gläserklirren gilt eigentlich als Synonym für unbeschwertes Feiern. Aber in der Lenneper Altstadt sei das Getränkeglas zur Streitfrage geworden, sagt Gunther Brockmann, Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG), nach dem Auftakt des Lenneper Sommers auf dem Alter Markt, wo er mit Gastronomen gesprochen habe.

Der Grund sei, dass einige Wirte bei Veranstaltungen Wein und Bier im Glas ausschenken dürfen, andere nur in Kunststoff. Sie fühlten sich dadurch benachteiligt, weil Gäste fernblieben - viele bevorzugten doch das Getränk aus dem Glas. "Wir wünschen uns eine einheitliche Regelung und erwarten, dass das Ordnungsamt kontrolliert", sagt Brockmann. Denn bei dem Konzert am Samstag seien einige Gäste mit Glas in der Hand auf die Veranstaltungsfläche gelaufen, jene Zone, die glasfrei bleiben soll.

Auch hätten sich Wirte nicht ans Glasverbot gehalten. Brockmann: "Die frühere Regelung war besser: Die Wirte achteten darauf, dass die Gäste die Außengastronomiefläche nicht mit Gläsern verlassen und erhoben Pfand." Am vergangenen Wochenende habe er Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf das Gläserproblem angesprochen.

Der Gläserstreit hat eine längere Vorgeschichte: Weil es Auswüchse feiernder Jugendlicher am Rande des Winzerfestes und Scherbenhaufen auf dem Altstadtpflaster gab, einigten sich LKG als Veranstalterin und Stadt nach längerer Diskussion auf verstärkte Sicherheitskontrollen und eine Gläserregelung. Nicht nur die Winzer dürfen den Rebensaft in feinem Glas servieren, auch die Gastronomie, die für draußen die Auflage "glasfrei" hat, darf Wein und weinhaltige Getränke in Gläsern ausschenken - allerdings nur auf Antrag und bei Erhebung eines Glaspfands.

Den Vorwurf der Ungleichbehandlung der Wirte weist Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes, weit von sich. Er erinnert an die einvernehmlich getroffene, klare Regelung. Die "getränkegeprägte Gastronomie" auf dem Oberen Alter Markt darf bei Veranstaltungen auf ihren Außenflächen kein Getränk im Glas servieren. "Damit soll eine Gleichbehandlung gewährleistet sein. Denn für Betreiber von Imbiss- und Getränkeständen gilt Glasverbot." Für sie wäre die Glaserlaubnis ein paar Schrittchen weiter ein Wettbewerbsnachteil. Einzige Ausnahme bleibe das Winzerfest.

Auf dem Unteren Alter Markt dürfen die "speisegeprägten Gastronomiebetriebe" Getränke in Gläsern ausschenken, weil nicht zu erwarten sei, dass die Gäste mit Gläsern auf die Veranstaltungsfläche laufen.

Bei ihm habe sich bisher kein Wirt beschwert, so Beckmann. Ein wenig neidisch schaut er auf die Nachbarstadt Wermelskirchen: Während der großen August-Kirmes gibt es Getränke draußen nur in hochwertigen Kunststoffbehältern - und niemand regt sich mehr auf.

Quelle: RP
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