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Remscheid
"Buddys" klären über Alkohol auf

Remscheid: "Buddys" klären über Alkohol auf
Erster Einsatzort der frisch ernannten "Buddys" wird der Jahnplatz in Lennep sein. Bei der sogenannten Anti-Drogen-Disco, die am Karnevalsfreitag im Festzelt auf dem Schützenplatz stattfindet, sollen die Aufklärer die jungen Gäste für das Thema Alkohol sensibilisieren. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Neun geschulte Jugendliche betreiben künftig auf Großveranstaltungen in Remscheid Alkoholprävention. Von Wolfgang Weitzdörfer

Nach einem Jahr Zwangspause ist es wieder da: das "Buddy"-Projekt, eine Kooperation zwischen der Diakonie-Fachstelle Sucht Remscheid und dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt. "Wir mussten ein Jahr pausieren, da wir leider nicht genügend junge Menschen motivieren konnten, sich ehrenamtlich einzubringen", sagte Bernd Liebetrau von der Fachstelle, als die neun neuen "Buddys" in den Räumlichkeiten des Beratungszentrums offiziell vorgestellt wurden. Sieben von ihnen sind Studenten der Uni Wuppertal bzw. der Hochschule Dortmund, zwei machen eine Ausbildung zur Erzieherin am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg in Remscheid. Sie eint eines: Der Wille, als sogenannte Buddys bei öffentlichen Festen die Veranstalter dabei zu unterstützen, dass es friedlich und fröhlich bleibt, selbst wenn Alkohol ausgeschenkt wird.

Ihren ersten Einsatz hatten die neun "Buddys", die einfach an der knallroten Jacke zu erkennen sind, beim Tag des Ehrenamts, als sie auf der Alleestraße Präsenz zeigten: "Es fällt mir schon ein wenig schwer, auf die Jugendlichen zuzugehen, weil wir ja kaum älter als sie sind. Da war der Probelauf auf der Alleestraße hilfreich - ich bin da schon mutiger geworden", sagte etwa Annika Frank, die in Düsseldorf Soziale Arbeit studiert, und ihre Kommilitonin Alina Johansen ergänzte: "Man lernt Techniken, wie man am besten auf die Leute zugeht."

Gelernt haben die "Buddys" das in einer Schulung, die im letzten Quartal des vergangenen Jahres stattgefunden hat. Wie so oft ist es aber die Praxis, die die "Buddys" besonders reizt, wie Denis Meyer erzählte, der an der Bergischen Universität auf Lehramt studiert: "Es ist eine tolle Abwechslung zum Uni-Alltag. Man lernt vor allem freies Sprechen, was man als ausgebildeter Lehrer später ja auch können sollte."

Ihren ersten "echten" Einsatz haben die "Buddys" beim Anti-Drogen-Disco-Karneval am 5. Februar auf dem Schützenplatz in Lennep. Sie werden vor allem im Vorfeld aktiv sein, wie auch Sandra Schwabe vom Jugendamt betonte: "Wenn das Fest losgeht, sind die Buddys schon weg. Es handelt sich um ein reines Präventivangebot." Schließlich sei vor allem das sogenannte Vorglühen oft fatal in seinen Auswirkungen, eine Gesprächsgrundlage während des Rosenmontagszugs oder der Mai-Kirmes sei so dann auch oft nicht mehr gegeben.

Liebetrau sieht in dem Angebot, das offiziell unter dem Namen "MIDZ" - die Abkürzung steht für "Mitdenkzentrale für klares Rauschen" - firmiert, nicht nur eine gute Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren, sondern noch viel mehr: "Für die Studenten gibt es zudem die Möglichkeit, ein Praktikum für ihre Ausbildung zu absolvieren. Dazu gehören neben der Teilnahme an einem Seminar vor allem der Praxisschein über 120 geleistete Vollzeitstunden und ein Praktikumsbericht." Das Praktikum verläuft über ein Jahr in zwei Projekten: die Teilnahme bei "MIDZ" und die erwähnte Seminarwoche, die unter dem Titel "Stressmanagement und Sucht" vertiefte Einblicke in die Arbeitsbereiche Prävention, Suchtprävention und Gesundheitsförderung liefert.

Quelle: RP
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