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Remscheid
Bücherbus vorzeitig aus dem Verkehr gezogen

Remscheid. Eigentlich sollte die Mobilothek der Stadt am 13. April zum letzten Mal ihre Runde drehen, doch der Bücherbus wurde nun schon vorzeitig aus dem Verkehr gezogen und für immer in der Garage abgestellt. Von Hendrike Spaar

Wie die Stadt mitteilt, traten am Freitag Probleme mit der Lenkung auf, die ein sofortiges Stilllegen der rollenden Bücherausleihe unumgänglich machten. "Damit geht jetzt ziemlich unspektakulär eine Ära zu Ende", kommentiert Bibliothekar Manfred Fenner auf Anfrage der BM das vorzeitige Aus.

In den vergangenen 30 Jahren hat Fenner dafür gesorgt, dass die Medien im Bücherbus immer auf dem neuesten Stand waren und so vor allem ältere Menschen und Kinder, auch ohne den Weg in die Bibliothek zu nehmen, in den Genuss der aktuellen Literatur kamen. "Viele unserer Stammkunden sind sehr traurig über das Aus", weiß der Bibliothekar zu berichten, "denn nicht alle werden es in Zukunft schaffen, sich ihren wöchentlichen Lesestoff in der Zentralbibliothek oder den Stadtteilbibliotheken abzuholen."

170 000 Kilometer gelaufen

Das Ende des Bücherbusses war schon länger beschlossene Sache. So hätte Ende April der nächste Termin beim TÜV auf dem Plan gestanden, den der 30 Jahre alte Bus nicht überstanden hätte. 170 000 Kilometer hat der Bus – mit dem einst Schuhe der Firma Salamander ausgeliefert wurden – auf dem Buckel, rund eine Millionen Medien haben Leser dort ausgeliehen – knapp 30 000 davon alleine im vergangenen Jahr. "Die Bibliotheksmitarbeiter sind angewiesen, aufgrund des vorzeitigen Endes bei der Einhaltung der Ausleihfisten etwas großzügiger zu sein", erklärt Fenner, für den auch persönlich eine Ära zu Ende geht. Der Bibliothekar geht im November in Altersteilzeit.

Bis dahin gibt es für Fenner und sein Team einiges zu erledigen. So müssen etwa 8000 Bücher, CDs und DVDs aus dem Bestand der Mobilothek gesichtet werden. "Je nach Alter und Zustand werden sie auf die Stadtteilbibliotheken sowie die Hauptstelle aufgeteilt", erklärt Fenner das weitere Prozedere. Zudem werden einige der Schätzchen wohl beim nächsten Bücherbasar im November ein neues Zuhause in irgendwelchen Bücherregalen von Lese-Liebhabern finden. Außerdem wird darüber nachgedacht, Schulen und Kitas das Angebot zu machen, einen Teil der vorhandenen Kinderbücher zu übernehmen. KOMMENTAR

Quelle: RP
 
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