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Remscheid
Bürger vermieten Wohnungen an Flüchtlinge

Remscheid. 106 Wohnungen für insgesamt 235 bleibeberechtigte Personen hat die Stadt im vergangenen halben Jahr vermittelt. Das ist das Ergebnis eines Aufrufs an Bürger, der Stadt Wohnungen für anerkannte Asylbewerber zu Verfügung zu stellen. Doch es wird weiter dringend Wohnraum gesucht. Von Christian Peiseler

Wie die Stadt mitteilt, werden etwa 100 Wohnungen für insgesamt 317 Personen gesucht. Bei Regina Schuh melden sich immer wieder Bürger, die eine Wohnung an Flüchtlinge vermieten wollen. Die Mitarbeiterin der städtischen Wohnungsgesellschaft Gewag koordiniert die Vermittlung zwischen privaten Vermietern und anerkannten Asylbewerbern. Mit einem Anschreiben, das dem Bescheid für die Grundabgaben Ende Januar beigelegt wurde, informierte die Stadt über den Bedarf an privatem Wohnraum.

Viele Personen, die als Asylbewerber inzwischen ein dreijähriges Bleiberecht haben, wohnen zurzeit noch in städtischen Unterkünften. Nach dem Anerkennungsverfahren sollen sie aber selbstständig leben und eine eigene Wohnung beziehen. Das Jobcenter überweist die Miete so lange, bis die Flüchtlinge mit Bleiberecht selber Geld verdienen können. So ist das Konzept.

Jede Wohnung, die angeboten wird, besichtigt Regina Schuh, damit den Flüchtlingen nicht eine vergammelte Unterkunft angeboten wird. "Die Wohnung darf nicht runtergekommen sein, und die Bäder müssen einen anständigen Eindruck machen", heißen die vorrangigen Kriterien. Nicht alle bisher angeboten Wohnungen seien daher geeignet gewesen, weil sie stark renovierungsbedürftig waren. Eine große Renovierung scheuten aber die meisten Vermieter. Das neue Zuhause sollte auch nicht in Randlagen wie Westhausen oder Grund liegen. Für die neuen Mieter sei es oftmals zu teuer und zu umständlich, den nächsten Einkaufsladen nur mit dem Bus erreichen zu können.

Zwei-Zimmer-Wohnungen in einer Größe von 60 Quadratmetern bilden die größte Gruppe an Mietobjekten, die bei Schuh auf dem Schreibtisch landen. Gesucht werden aber in erster Linie Single-Unterkünfte für junge Männer und über 80 Quadratmeter große Wohnungen für Familien mit vielen Kindern. In diesem Wohnungssegment herrsche immer noch großer Bedarf, heißt es.

Für Vermieter gibt es eine Liste, die mitteilt, welche Preise vom Jobcenter bezahlt werden. Bei 50 Quadratmetern sind es an Brutto-Kaltmiete 335,50 Euro, bei 65 m2 liegt die Brutto-Kaltmiete bei 420,55 Euro. Für die größte Wohnung ab 110 m2 können 706,20 Euro verlangt werden. Angebote nimmt Regina Schuh unter Tel.: 02191 462 38 96 entgegen.

Quelle: RP
 
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