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Remscheid
OB Mast-Weisz zum Reker-Attentat: "Diese Tat ist ein Warnzeichen"

Burkhard Mast-Weisz zum Reker-Attentat
Burkhard Mast-Weisz FOTO: Hertgen, Nico
Remscheid. Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist tief erschüttert. Er sieht das Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker auch als Signal, sich mit öffentlichen Äußerungen und in sozialen Netzwerken über Flüchtlinge zu mäßigen. Personenschutz für Amtsträger hält er nicht für nötig.    

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie vom Attentat auf Ihre Kölner Amtskollegin Henriette Reker erfahren haben?  

Mast-Weisz Das ist völliger Wahnsinn, wie kann jemand so etwas tun? Ich war völlig entsetzt. Ich weiß ja selbst wie es ist, wenn man am Infostand Wahlkampf macht, das ist einfach unvorstellbar.      

Entsetzen in Köln nach Attentat auf Reker FOTO: dpa, fg htf

Kennen Sie Frau Reker persönlich?

Mast-Weisz Natürlich kennen wir uns, und zwar schon seit vielen Jahren. Vor 14 Tagen habe ich sie auf der Immobilien-Messe Expo  in München getroffen. Sie sagte noch, dass die froh sei, wenn der lange Wahlkampf vorüber sei. Wir haben als Sozialdezernenten in vielen Ausschüssen des Städtetages zusammengesessen und auch in anderen Runden.

Fotos: NRW-Spitzenpolitiker bilden Menschenkette FOTO: dpa, obe

Das Attentat soll fremdenfeindlich motiviert gewesen sein.

Mast-Weisz Was in den letzten Wochen an öffentlichen Äußerungen und in den sozialen Netzen an Fremdenfeindlichkeit und Hass propagiert wurde, geht zu weit. Diese Tat ist ein Warnzeichen, sie zeigt, dass wir sehr aufpassen müssen. Auch mit öffentlichen Äußerungen auf Bundesebene, von denen manche ein falsch zu interpretierendes Zeichen waren, sollte man vorsichtig sein. Die Flüchtlinge sind für uns eine große Herausforderung. Doch leben wir in einem Land, in dem es den vielen Menschen gut geht. Wir dürfen über die aktuelle Situation nicht die Menschen vergessen, die unsere Hilfe benötigen. Ich erwarte, dass man mit seinen Worten sorgfältig umgeht, sich seiner Verantwortung bewusst ist und nicht falsche Signale sendet. Die parteiübergreifende Demo in Köln kurz nach dem Anschlag fand ich gut und wichtig.

FOTO: dpa, fg htf

Brauchen nun auch Oberbürgermeister und Bürgermeister Personenschutz?

Mast-Weisz Klares Nein! Wichtig bleibt, dass alle, die politische Verantwortung tragen, für die Menschen erreichbar bleiben, damit sie deren Entscheidungen nachvollziehen können. Ich werde mich weiter überall öffentlich zeigen.  

Das Gespräch führte Bernd Bussang 

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