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Remscheid
BZI sorgt für Standards bei den Azubis

Remscheid: BZI sorgt für Standards bei den Azubis
Die Remscheider Industrie bemüht sich auch immer wieder, durch das Berufsbildungszentrum Mädchen für die klassischen Berufe in der Metallindustrie zu interessieren. FOTO: Stephan Singer
Remscheid. Der Fachkräftemangel bereitet den Arbeitgebern Kopfzerbrechen. Interesse an Hauptschülern wächst. Von Stefanie Bona

In punkto Berufswahlvorbereitung ging das Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) stets mit Meilenstiefeln voraus. Um sämtliche Konzepte für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn umzusetzen, griff BZI-Leiter Michael Hagemann erfolgreich auf Fördermittel aus unterschiedlichen Töpfen zurück. Seit das Land Nordrhein-Westfalen das Programm "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KaoA) aufgelegt hat, könne ein Teil der Kosten nicht mehr refinanziert werden, erläuterte Hagemann gestern in einem Pressegespräch.

"Bei KAoA geht es darum, Mindeststandards zu etablieren. Wir waren aber schon sehr viel weiter." Deshalb ist er dem Arbeitgeberverband von Remscheid und Umgebung dankbar, der anlässlich seines 125-jährigen Bestehens sein Engagement zur systematischen beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern im Verbandsgebiet verstärkt hat. Das Projekt "Tech-Way" bietet eine Woche technische Berufsorientierung für die Achtklässler und ein aufbauendes Jahresprojekt in CNC- beziehungsweise Elektrotechnik für die neunten Jahrgangsstufen.

In dieser Woche ist eine Klasse der Geschwister-Scholl-Hauptschule Radevormwald in der Probierwerkstatt zu Gast und verschafft sich unter fachkundiger Anleitung einen Einblick in Sägen, Schleifen und Co. Und wo die Mädchen dem Besuch im BZI zunächst skeptisch gegenüberstanden, waren bei der Produktion von passgenau gefertigten Ringen auch die jungen Damen mit Feuereifer bei der Sache. Der Fachkräftemangel bereitet den Arbeitgebern gerade kleinerer und mittelständischer Unternehmen Kopfzerbrechen.

Denn neben dem demographischen Wandel und den zunehmend größer werdenden Zahlen von Abiturienten, bringen zahlreiche junge Menschen die Voraussetzungen für eine Berufsausbildung nicht mehr mit. "Im Maschinenbau gibt es Abbruchquoten von bis zu 50 Prozent. Das sind die jungen Leute, die wir früher als Auszubildende in unseren Werkstätten hatten", verweist Hagemann auf fehlende Voraussetzungen für diesen anspruchsvollen Studiengang.

Verstärkt wenden sich BZI und Arbeitgeber wieder den Hauptschülern zu. Wenn mangelnde Basisqualifikationen und vielleicht auch fehlende Motivation den Einstieg in eine Ausbildung zunächst verhindern, werden mögliche Defizite durch intensive Betreuung im Berufsorientierungsjahr aufgearbeitet. "Für uns als Ausbildungsbetriebe leistet das BZI auch bei der Auswahl neuer Auszubildenden eine wertvolle Arbeit. Denn wir haben gar nicht die Zeit und auch nicht die Möglichkeiten, immer sofort den richtigen Kandidaten auszuwählen.

Auch deshalb unterstützen wir als Arbeitgeber gerne das Tech-Way-Projekt", sagte Michael Pott, Geschäftsführer der Remscheider Werkzeugherstellers A + N Pott GmbH. Eine Hoffnung verknüpft Arbeitgeberverband-Geschäftsführer Markus von Dreusche auch mit der Zusammenarbeit mit der Nelson-Mandela-Sekundarschule, die bereits in den fünften Klassen beginnt. "Durch diese Kooperation geben wir den Schülern von Anfang an das Gefühl: Macht mit, dann habt ihr eine Chance.

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Quelle: RP
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