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Remscheid
CDU: Orchesterfusion ohne Mehrkosten

Remscheid: CDU: Orchesterfusion ohne Mehrkosten
Ein gemeinsames Orchester von Remscheid, Solingen und Wuppertal löst nach Ansicht von Jochen Siegfried, Fraktionsvorsitzender der CDU, zwei Probleme. FOTO: RPO
Remscheid. Die Christdemokraten schlagen eine Zusammenlegung der Bergischen Symphoniken mit dem Wuppertaler Orchester vor. Das neue Orchester soll internationale Strahlkraft haben. Ein Haustarif soll Kosten senken. Von Christian Peiseler

Ein gemeinsames Orchester von Remscheid, Solingen und Wuppertal löst nach Ansicht von Jochen Siegfried, Fraktionsvorsitzender der CDU, zwei Probleme: Mit einem großen Orchester bliebe das Musikleben in Remscheid und den Nachbarstädten langfristig in seiner Qualität erhalten. Zugleich spare die Stadt Geld. Die CDU folgt damit im Grundsatz den Überlegungen des actori-Gutachtens, das im Auftrage des Landes Szenarien entworfen hatte, wie im Städtedreieck durch Kooperationen in der Kultur Geld gespart werden könnte.

Haustarifvertrag vereinbaren

In einem wichtigen Punkt unterscheidet sich der Vorschlag der CDU vom actori-Gutachten. Sie hält es für nicht akzeptabel, dass die Musiker des fusionierten Orchesters alle nach der höheren Tarifklasse A bezahlt werden – wie es der Gutachter vorschlägt. Das würde für die ersten sieben Jahre Mehrkosten von 2,6  Millionen Euro bedeuten. Der Vorschlag der CDU lautet: Die Bergischen Symphoniker werden weiterhin nach B-Tarif bezahlt. "Diese Unterschiedlichkeit in der Bezahlung müssen wir eine gewisse Zeit ertragen", sagte Siegfried gestern bei einer Pressekonferenz. Der Haustarif sei der finanziellen Situation der Stadt geschuldet.

Kulturausschuss-Vorsitzender Karl Heinz Humpert (CDU) betonte: "Wir wollen nichts zerschlagen, sondern erhalten." Er machte auf die Konsequenzen aufmerksam, wenn alles bliebe wie bisher. Laut Humpert wäre dies ein Sterben auf Raten. Aufgrund der Kostensteigerung durch Tarifverträge müssten nach und nach beim Orchester Stellen abgebaut werden. "Das ist der stille Tod. Das darf uns nicht passieren", sagte Humpert.

Siegfried stellte die Vorteile eine Fusion heraus. Das Bergische Land bekäme auf Dauer ein Orchester, das sich europaweit mit anderen Orchestern messe könne. Zudem rechnet Siegfried damit, schneller Geld einzusparen. Er geht davon aus, dass durch Fluktuation die angestrebte Größe von 110 Musikern schneller erreicht wird, als das Gutachten vorsieht.

Laut actori-Gutachten sparen Remscheid und Solingen ab dem Jahr 2025 jährlich 350 000 Euro. Für Wuppertal liegt die Entlastung bei zwei Millionen Euro. Der Zuschuss aus der Remscheider Stadtkasse für die Bergischen Symphoniker liegt zurzeit bei knapp zwei Millionen Euro.

"Wir glauben, dass viele den Charme unserer Idee schnell erkennen", sagte Siegfried. Die CDU wolle damit eine Diskussion eröffnen. Im Sommer soll die Entscheidung in den Räten der Städte fallen.

Quelle: RP
 
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