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Remscheid
Chöre feiern wie "de Jecken am Rhing"

Remscheid. "Knatsch, verdötscht" im Teo Otto Theater - Frauenchor Remscheid und MC Germania gestalteten buntes Programm. Von Stefanie Bona

Warum in die Ferne schweifen ... zum 28. Mal bescherten der Frauenchor Remscheid und der Remscheider Männerchor Germania den Jecken vor Ort eine Karnevalsveranstaltung, die den Vergleich mit derer in den Rheinmetropolen nicht zu scheuen braucht. "Knatsch verdötscht" bot an zwei Abenden einen Potpourri aus guter Unterhaltung und viel schöner Musik. Auch wenn am Freitag das Publikum nicht ganz so zahlreich erschienen war wie in den Vorjahren, tat das der Stimmung und der Lust an der Maskerade keinen Abbruch.

Bunte Hüte, schrille Brillen, farbenprächtige Perücken - die Zuhörer hatten sich ähnlich ideenreich in Schale geschmissen wie die Protagonisten auf der prächtig geschmückten und illuminierten Bühne. "Mit der Pappnas geboren" sind nicht nur die "Jecken am Rhing" - das stellten die Chöre mit dem Bläck Fööss-Stimmungsmacher "Viva Colonia" gleich zu Beginn unter Beweis. Schlag auf Schlag boten die Titel aus den närrischen Hitparaden von gestern und heute viel Potenzial zum Mitsingen und -schunkeln.

Und als Brunhilde Meier "Mir halde zesamme" anstimmte, nutzte ein Paar sogleich seine Sitzposition am Rande des Saals und walzerte über das Podest neben den Stuhlreihen. Dass sich aus den Reihen der Chöre so viele Mitglieder finden, die solistisch, im Duett oder in kleinen Gruppen in Erscheinung treten, ist aller Ehren wert. Besonders gefragt waren dabei die Frauenchor-Vorsitzenden Katrin Werth und Katja Hermanns, die in fliegendem Kostümwechsel immer wieder in neue Rollen schlüpften. Ein Kracher dabei das "Bickendorfer Büdje", das die Damen stimmstark und in 1 A-Kölsch präsentierten. Dem stand Anita Dönsbach in der Bütt in nichts nach, skizzierte sie doch das wahrlich turbulente Leben einer Familie aus der Domstadt.

Männerchor-Vorsitzender Heinz-Georg Hüster wird nach den Konzerten ordentlich in die Tasche greifen müssen. Hat er doch mit seinem Chorbruder Christoph Lange gewettet, dass es diesem nicht gelingen werde, zehn Mitglieder des Remscheider Schützenvereins dazu zu gewinnen, sich zu einem eigenen Beitrag bei "Knatsch verdötscht" auf der Bühne einzufinden. Wette verloren, jetzt muss der Chorvorsitzende hundert Liter Bier spendieren, denn die Schützen-Abordnung brachte die kölsche Schützenhymne vom "Schötzefess" mit ordentlich Schwung zu Gehör.

Natürlich freute sich das Publikum über den Besuch der Kölner Tanzgruppe "Höppemötzjer", die die Chöre für die Auftritte engagiert hatten. Überdies überzeugte Chorleiterin Claudia Rübben-Laux wieder als Moderatorin mit viel Witz und Schlagfertigkeit. Bei allem Spaß erhielt das Konzert am Rande einen kleinen mahnenden Hinweis. Büttenredner Hartmut Hessmert nahm das Chorleben auf die Schippe, zeigte aber genauso die Nachwuchsprobleme auf. "Wenn Jugend kein Interesse hat, das macht die besten Chöre platt", konstatierte er in Reimform. Damit stünde letztlich auch das traditionsreiche und beliebte Karnevalskonzert auf der Kippe.

Quelle: RP
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