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Remscheid
Christmäuse bringen Publikum zum Lachen

Remscheid. Er war gleich zu Beginn gefunden, der Heiland von Lennep: Christian aus Schalksmühle wurde von Bruder Melchior (alias Norbert Frieling) und seinen Christmaus-Kollegen Sandra Sprünken, Alexis Kara und Gilly Alfeo im mehr oder weniger verrückten Dreikönigs-Kostüm direkt nach deren vielbejubelten Einzug in die Klosterkirche per Zufallsentscheidung aus dem Publikum auf die Bühne geholt. Von Wolfgang Weitzdörfer

Einen Choral mit der ersten Publikumsbeteiligung des Abends gab es dann auch sofort noch obendrein. Und damit war die Stoßrichtung des Dienstagabends in Lennep auch schon vorgegeben - Improvisation hieß das Wort der Stunde. Die Kostüme waren schnell abgelegt, aber die brauchte das Quartett auch gar nicht. Denn die Christmäuse waren auch in "zivil" bestens gelaunt und in hervorragender Impro-Laune. Christian hingegen saß gemütlich mit einem Bierchen vor dem Flügel und durfte die Gebaren des Quartetts rund um "Männergrippe", "Kettensäge" und "Kackhäufchen" aus allernächster Nähe beobachten.

"Merry Christmaus", so heißt das Programm, mit dem die Springmäuse jedes Jahr auf Tournee durch die Lande gehen. Keine Seltenheit, dass bei den Stippvisitien im Advent auch die eine oder andere Weihnachtsfeier stattfindet - so auch in der Klosterkirche, wo gleich drei Gruppen einen herzlich-herrlichen Abend der Extraklasse erleben konnten.

Wenn etwa die Christmäuse mit der Hilfe von Nadja am Laptop zwischen Deutsch und Russisch hin- und herwechselten, immer dann, wenn Nadja das "ö" auf dem Gerät drückte. Dass dabei kein einziges Stolpern, Verhaspeln oder Zögern zu vernehmen war, sprach deutlich für die herausragende Klasse der Schauspieler und dafür, dass sie perfekt eingespielt waren. Dass es in der Rahmenhandlung dabei um den unangekündigten Besuch der Schwiegermutter ging, spielte nur eine Nebenrolle.

Vor allem im russischsprachigen Teil des Publikums war die Begeisterung ob des "russischen" Kauderwelschs, das das Quartett da von sich gab, immens. Immer wieder gerne gesehen war auch die "Achterbahnfahrt" durch die verschiedenen Film- und Fernseh-Genres, diesmal zum Thema "Wintergrillen". Einerseits hervorragend, wie sicher sich Alfeo am Klavier zwischen Gruselfilm, Schnulze und Actionkino hin- und herbewegte. Andererseits war es toll, zu beobachten, wie schnell die restlichen Schauspieler die Rolle wechseln konnten, ohne dass auch nur irgendetwas aufgesetzt oder gar peinlich wirkte. Ebenfalls herrlich war die Pantomime-Kooperation zwischen Frieling und Zuschauerin Doris: Dass er die Begriffe "Schaukelpferd" oder "Niagarafälle" nur anhand Doris' Gesten erkannte, die sie noch dazu nur mit den Händen machte, die unter Frielings Armen hervorragten, prädestinierte den Schauspieler prompt als kompetenten Partner für die nächste Activity-Runde.

Die Springmäuse machten Spaß wie immer - aber so richtig besonders wurde der Auftritt dann doch wegen des weihnachtlichen Settings. Denn so kamen selbst die größten Weihnachtsmuffel in die entsprechende Stimmung. Und das kann doch nie verkehrt sein. Das dachte sich vermutlich auch Christian, der seine Rolle des Heilands von Lennep den ganzen Abend über sichtlich genoss.

Quelle: RP
 
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