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Remscheid
"Das Handwerk hat ein Imageproblem"

Remscheid. Die FDP-Landtagsfraktion ist auf NRW-Tour vor Ort beim Handwerk: Landtagsmitglied Ralph Bombis, der zudem Vorsitzender der Enquete-Kommission "Handwerk und Mittelstand in NRW" ist, war bei der Sanitär- und Heizungsfirma Dörschler GmbH Am Langen Siepen zu Gast und suchte dort den Dialog mit Chef Lars Dörschler und Vertretern der Handwerksorganisationen. Auch für eine Betriebsbesichtigung hatte Bombis sich Zeit genommen. Für den FDP-Politiker eine Selbstverständlichkeit, denn: "Handwerk und Mittelstand gehören zur DNA der Freien Demokraten", betonte er. Von Wolfgang Weitzdörfer

Bombis sagte weiter, dass die Enquete-Kommission eingerichtet worden sei, um "in dieser Legislaturperiode etwas mehr jenseits der Sonntagsreden zu machen und etwas tiefer ins Thema einzudringen als nur die Tagesordnung abzuhaken". Schließlich sei das Handwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und garantiere viele Arbeitsplätze, daher sei es auch umso wichtiger, zukunftsorientiert zu denken: "Wir müssen heute die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Konjunktur auch morgen noch so brummt, wie sie das heute macht", sagte Bombis.

Fred Schulz, Geschäftsführer der Remscheider Kreishandwerkerschaft, machte den Gast aus Düsseldorf auf die prekäre Fachkräftesituation aufmerksam: "Um den Bedarf zu decken, brauchen wir jedes Jahr rund 200 Auszubildende alleine im SHK- und Elektrobereich. Die bekommen wir aber nicht zusammen." Und sprach gleichzeitig die beiden größten Probleme des Handwerks an: "Wir haben ein Imageproblem, und dazu kommt der Akademisierungswahn - nur wer studiert, zählt in den Augen der Eltern und der Gesellschaft was", sagte Schulz. Dem stimmte auch Dörschler zu: "Wir haben sechs Azubis, aber ich muss mich auch in Solingen bedienen, Remscheid alleine gibt den Nachwuchs nicht her."

Dazu komme ein weiteres Problem: "Meine besten Leute sind alle Mitte 50. In zehn Jahren verliere ich auf einen Schlag vier Monteure, die in Rente gehen", sagte Dörschler, der derzeit rein für den eigenen Bedarf ausbildet, schränkte aber ein: "Von zehn Gesellen bleiben nur fünf im eigenen Gewerk." Auch daran sei das teils hausgemachte Imageproblem des Handwerks nicht unschuldig - an dem man aber arbeite, wie der Installateurmeister betonte.

Bombis zeigte auch die großen Nachfolgepotentiale im Handwerk in den kommenden Jahren auf: "Das Handwerk bietet viele Möglichkeiten, um richtig durchzustarten. Ich bin zudem für eine akademische und eine berufliche Elitenbildung, damit das hochtechnisierte Handwerk auf gleicher Qualität bleiben kann", betonte der FDP-Politiker.

Quelle: RP
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