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Empfang Der Industrie-Und Handelskammer
Das Rede-Duell wird zum Duett der Harmonie

Empfang Der Industrie-Und Handelskammer: Das Rede-Duell wird zum Duett der Harmonie
Gut gelaunt und ohne große Differenzen präsentierten sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (l.) und IHK-Präsident Thomas Meyer (r.) beim Rede-Duell, das Thorsten Kabitz moderierte. FOTO: Martin Kempner (5), Christian Peiseler (3)
Remscheid. Strittige Themen gab's keine. Nur Wuppertals Klagen sorgten für einen Stimmungsabfall. Ansonsten war "toll" das beliebteste Wort. Von Christian Peiseler

Sieben Jahre Wachstum hintereinander. Thomas Meyer, Präsident der bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), verbreitet beim Empfang im Schützenhaus gute Laune. Die meisten der über hundert Gäste tragen an diesem Abend meist ein Lächeln im Gesicht. Die Wirtschaft brummt. Die Prognosen stimmen optimistisch. Die Perspektiven der Stadt werden nicht mehr in Grautönen gemalt wie noch vor ein paar Jahren, wo bei Empfängen dieser Art regelmäßig die Forderungen erhoben wurden, Gewerbesteuern zu senken, Personal einzusparen, das Orchester aufzulösen und die Bedürfnisse der Wirtschaft nach besserer Infrastruktur stärker zu fördern. Kritiker sind an diesem Abend ind verstummt. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erhält Applaus, als er die Entscheidung noch mal begründet, die Grundsteuer B nicht vollumfänglich zu senken, wie er es versprochen hatte. Gegen den Bau von Kindergärten könne doch kein vernünftiger Mensch sein.

Das Rededuell zwischen Mast-Weisz und Thomas Meyer auf dem Podium im Schützenhaus löst sich schnell auf in ein Duett der Harmonie. Sollte es dennoch in kleinen Nuancen eine unterschiedliche Sicht auf die Probleme der Gegenwart geben, wie beim Thema Diesel-Skandal, dann ist alles am Ende nur ein Missverständnis. Mast-Weisz gibt die Parole aus: Mit Remscheid geht's voran, auch wenn es ein paar Risiken gebe. Meyer souffliert: Es könnte etwas schneller gehen, zum Beispiel auf der Alleestraße. Aber eigentlich sei alles gut.

Folgerichtig gehört das Adjektiv "toll" zu den beliebtesten Worten des Treffens. Meyer: Die Wirtschaftsförderung mache einen tollen Job. Mast-Weisz: Kämmerer Sven Wiertz leiste tolle Arbeit. IHK-Geschäftsführer Michael Wenge: Seit Herr Engels (Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes) im Amt sei, hat die IHK keine Probleme mehr mit den Einzelhändlern. Tolle Arbeit. Mast-Weisz: Ralf Wieber engagiere sich für die Alleestraße. Ganz toll.

Nicht so toll fanden alle das Benehmen der Stadt Wuppertal. Die ansonsten so lieben Nachbarn aus dem Tal haben gegen die Pläne zum Bau eines Designer Outlet-Center in Lennep Klage eingereicht. Niemand will den Namen der Stadt in den Mund nehmen. So stirbt auch ein Lieblingsthema der IHK an diesem Abend: die Kooperation im bergischen Städtedreieck. Zwischen der Vorspeise (bergische Tapas mit Lachs, Süppchen und Tatar) und dem Gänsebraten mit Knödeln und maronengefüllten Äpfeln verkündete der OB, was die meisten schon wussten. 13,6 Millionen werden in den Ausbau des Breitbandes investiert, mit Wermelskirchen gibt es Gespräche über das Gewerbegebiet Gleisdreieck, und die Hoffnung auf eine Direktverbindung nach Köln und Düsseldorf habe er nicht aufgegeben. Klang irgendwie toll.

Quelle: RP
 
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