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Remscheid
Das zweite Leben von Rollstuhl und Co.

Remscheid: Das zweite Leben von Rollstuhl und Co.
Spülmaschine für Rollstühle: Jens Bakker zeigt, wie die Pflege-Hilfsmittel gereinigt werden. Die Geräte nur einmal zu benutzen und dann zu entsorgen, sei nicht wirtschaftlich, sagt der Hygienebeauftragte. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Pflegehilfsmittel wie Rollatoren, Toilettenstühle oder Pflegebetten können besonders im letzten Lebensabschnitt sehr wichtig werden. Doch was passiert eigentlich mit ihnen, wenn der Patient sie nicht mehr benötigt? Von Cristina Segovia-Buendía

Für alles gibt es heutzutage kleine Helferlein, die einem das Leben erleichtern sollen. Auch für Senioren, die im Alter vor allem mehr auf mechanische als auf technische Helfer angewiesen sind, um trotz körperlicher Gebrechen am Alltag teilnehmen zu können. Manchmal hilft ein einfacher Rollator, der den älteren Herrschaften beim Gehen einen sicheren Halt verleihen soll, manchmal aber sind es Rollstühle und - wenn die Pflege intensiver wird - Toilettenstühle, Badewannenlifter oder Pflegebetten.

All diese Hilfsmittel werden in der Regel bei den Krankenkassen beantragt und von Sanitätshäusern bereitgestellt. Werden sie nicht mehr gebraucht, holen sie die Mitarbeiter der Fachhäuser wieder ab. "Dann werden sie erstmal gereinigt und desinfiziert, ehe sie erneut vermietet werden", erklärt Jens Bakker, Hygienebeauftragter im Remscheider Sanitätshaus Goll und Schracke.

Am Jägerwald hat das Unternehmen ein Lager und hochwertige Spülmaschinen, in denen die Hilfsmittel gereinigt werden. Bis zu fünf Einsätze stehen Rollstühle und Co. durch, ehe sie tatsächlich aussortiert und verschrottet werden. "Es kommt natürlich darauf an, in welchem Zustand die Sachen sind." Bei sogenannten Anti-Dekubitus-Matratzen, die den Wundliegedruck mildern sollen, und ebenso bei Toilettenstühlen sind die Hygienemaßnahmen von besonders hoher Bedeutung. "Wir arbeiten mit einer Art hochwertiger Spülmaschine, in der die Hilfsmittel mit einer Desinfektionslösung gereinigt und ausgespült werden." Rollstühle passen wunderbar hinein, ebenso wie Matratzen. Ein Waschgang dauert darin etwa zehn Minuten, danach werden die Sachen ein bis zwei Tage getrocknet.

Das Sanitätshaus Curt Beuthel unterhält eine eigene große Waschstraße in Wuppertal-Ronsdorf, berichtet Ines Krause, Chefsekretärin und Mitarbeiterin der Marketingabteilung bei Beuthel. "Vorstellen kann man sich das wie eine kleinere Autowaschstraße, wo statt Autos die Pflegebetten, Toilettenstühle und Rollstühle gereinigt werden." Auch eine spezielle Waschmaschine für Textilieb gehören zur Abteilung dazu. Neben den klassischen Hilfsmitteln, bietet Beuthel aber auch exklusivere XXL-Produkte an, die ebenfalls mehrfach verwendet werden. "Natürlich hätte jeder gerne ein neues Gerät", sagt Bakker. Doch bei der steigenden Nachfrage und Fluktuation seien Neuanschaffungen nach einmaligem Gebrauch nicht wirtschaftlich.

Auch der Transport der gebrauchten Hilfsmittel in andere Länder, sagt Bakker, lohne sich nicht, auch wenn das Interesse daran durchaus groß sei. Gespendet habe Goll und Schracke, ebenso wie das Sanitätshaus Beuthel schon mehrfach an hilfsbedürftige Menschen in der Region und auch an Dritte Welt-Länder.

Quelle: RP
 
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