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Mobile Redaktion
Dem Einbrecher reichen Handschuhe und Schraubendreher

Mobile Redaktion: Dem Einbrecher reichen Handschuhe und Schraubendreher
Groß war das Interesse gestern bei der Mobilen Redaktion der Morgenpost zum Thema Einbruchsicherheit mit Hauptkommissar Eckhard Klesser (2.v.re.) und Redaktionsleiter Bernd Bussang (re.) auf dem Rathausplatz FOTO: Nico hertgen
Remscheid. Die Themen Einbruch und Einbruchschutz treiben die Remscheider um. Als die Mobile Redaktion der Bergischen Morgenpost am Mittwochvormittag beim Remscheider Wochenmarkt vor dem Rathaus ihr Zelt aufschlug, versammelten sich direkt interessierte Zuhörer rund um den Stand. Von Stefanie Bona

Dort sprach BM-Redaktionsleiter Bernd Bussang im Dialog mit Kriminalhauptkommissar Eckhard Klesser das drängende Problem bundesweit steigender Einbruchzahlen an.

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger

Denn auch wenn Remscheid mit insgesamt 242 derlei Delikten im Jahr 2014 ein vergleichsweise sicheres Pflaster ist, sollten die Bürger auf der Hut sein, empfahl der Poizist. "Für denjenigen, den ein Einbruch betrifft, ist die Situation immer schlimm", sagte Klesser. So nutzten die Zuhörer die Gelegenheit, in der großen Runde oder auch im persönlichen Gespräch ihre Fragen los zu werden.

Wann sind Wohnung und Haus besonders gefährdet?

So schrecken Sie Urlaubs-Einbrecher ab FOTO: gms

Die Hochsaison der Einbrüche beginnt im Oktober mit der Uhrenumstellung und damit mit der dunklen Jahreszeit. Entgegen landläufiger Erwartung, sind Urlaubs- und Schulferienzeiten hingegen nicht so problematisch. Insofern sollte man gerade jetzt die Zeit nutzen, das eigene Heim sicherer zu machen.

Wie ist der typische Einbrecher ausgerüstet?

Schieben Sie Einbrechern den Riegel vor FOTO: GDV, gms

Ein größerer Schraubendreher, Einmal-Handschuhe, eine Mütze oder Maske und dunkle Kleidung - das war's. So schilderte der Polizeibeamte den geringen Aufwand, mit dem sich Straftäter Zugang zu fremdem Eigentum verschaffen. Innerhalb maximal 30 Sekunden können so Fenster aufgehebelt werden, was meistens recht geräuschlos geschieht. "Einbrecher kennen genau die Stellen, wo sie ansetzen müssen", erklärte Klesser. Organisierte Banden, die Wohngegenden ausspähen, seien in unseren Breiten noch kein "Massenproblem". Oft seien es Gelegenheitstäter, die häufig der Beschaffungskriminalität zuzuordnen seien und die Örtlichkeiten kennen. Möglichst wollten sie keine Gewalt gegen Personen anwenden und verschafften sich daher Einlass, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind. Einbrüche, bei denen Menschen bedroht und misshandelt werden, seien dem Bereich Raub zuzuordnen und bisher im Bergischen Land sehr selten.

Wie sichere ich meine Wohnung?

Gerade die Fenster sind Schwachstellen. Wenn man ohnehin überlegt, neue Fenster einbauen zu lassen, sollte man nicht nur den energetischen, sondern auch den Sicherheitsaspekt berücksichtigen. Beim Austausch auf zertifizierte Produkte achten und für den Einbau möglichst den Fachmann zu Rate ziehen. Schlösser, Riegel oder andere Sicherungsmaßnahmen lassen sich zu überschaubaren Kosten auch nachrüsten.

Sollte man die Haustür nachts abschließen, wenn man im Haus ist? Ist das nicht im Brandfall gefährlich?

Bei einem Einfamilienhaus sollte man die Haustür nachts abschließen, den Schlüssel aber im Schloss stecken lassen, um im Notfall schnell die Flucht ergreifen zu können. Bei Mehrfamilienhäusern dürfen die Gemeinschaftstüren indes nicht verschlossen werden. So genannte "Panikschlösser" verhindern, dass die Tür von außen aufgedrückt oder -gehebelt werden kann.

Wie berät die Polizei zum Thema Einbruchschutz?

Die Polizei im Städtedreieck verschickt gedrucktes Infomaterial, steht aber auch zu persönlichen Beratungsterminen bereit. Sind die Ratsuchenden nicht mehr so mobil oder gibt es sehr individuelle Fragen, besuchen die Beamten die Menschen auch vor Ort.

Kontakt zum Bereich Kriminalprävention/Opferschutz des Präsidiums unter Telefonnummer 0202/2841801

Quelle: RP