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Remscheid
Dem Verbrechen auf der Spur

Remscheid. Eine neue Krimiführung führt zu zehn Tatorten echter Kriminalfälle in der Innenstadt.

Stadtführerin Melanie Clemens ist mit einer neuen Krimi-Tour unterwegs. Bei der Premiere von "Tatort Innenstadt" gingen jetzt zehn Krimifans auf die Suche nach spektakulären Verbrechen und blutigen Mordfällen, die sich so tatsächlich im beschaulichen Remscheid zugetragen haben.

Zwei Stunden wanderte die gruppe durch die Innenstadt und erfuhr von blutigen Szenarien, die sich vor nicht allzu langer Zeit in der idyllischen Großstadt ereignet haben. Vor der ErlebBar nahm Clemens ihre Gäste in Empfang: "Ich freue mich, dass sie heute wagemutig die Tour mitgehen werden. Es erwarten uns rätselhafte Kriminalfälle und eine Zeitreise zwischen 1930 und 2002." Ein halbes Jahr hat sich die Stadtführerin hierfür auf der Suche nach echten Krimifällen durch das Stadtarchiv gearbeitet.

Der erste Fall begegnete der Expedition früh auf ihrem Weg über die Hindenburgstraße in Richtung Stadtpark. Auf der Höhe der Gewerbeschulstraße blieb Clemens stehen. "Hier ereignete sich unser erster Fall. Zugegeben ein wirklich Blutiger: 1979 wurde nämlich in der Ennepe-Talsperre ein männlicher Torso gefunden." Arme und Beine waren abgetrennt. Ein Kopf hatte die Leiche auch nicht mehr. Es war der Torso des Italieners Luigi Masetti aus Remscheid, ein Kellner, der es sich wohl mit den falschen Leuten verspaßt hatte und in der Pizzeria "Dal Padron" (dt.: "Der Pate"), die früher an der Gewerbeschulstraße 10 angesiedelt war, von der Mafia gefoltert und später zerstückelt in der Talsperre versenkt wurde. Die Teilnehmer schauten konzentriert in die Straße hinein, während Clemens erzählte. Dass die Mafia mal im Bergischen so aktiv war, schienen die meisten nicht einmal geahnt zu haben. Doch was sich wie ein Hollywood-Streifen anhörte, geschah tatsächlich.

Insgesamt zehn Tatorte besuchte Clemens mit der Gruppe auf ihrer Tour. Auch auf dem Quimperplatz und vor der Polizeiwache blieb sie stehen, denn hinter den dicken Mauern der Wache verbirgt sich manches Geheimnis, wie die Stadtführerin verriet. Gespannt hörten die Teilnehmer zu, teilweise misstrauisch. Es schien, als wäre ein Stück der heimischen Idylle zerbrochen. Doch wahre Krimifans freuten sich über die gelungene Führung: "Das war absolut genial. Sehr gut organisiert, toll vorgetragen und absolut fesselnd", resümierte Teilnehmerin Marion Eller (47). Auch Freundin Sabine Lohmann (56) zeigte sich fasziniert von den neuen Erkenntnissen: "Das war meine erste Führung, aber sicherlich nicht meine Letzte. Und diese Straßen werde ich jetzt mit ganz anderen Augen sehen."

(seg)
 
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