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Remscheid
Demenz - worauf sich Angehörige einstellen sollten

Remscheid. Alexandra Dicken von der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle der Stiftung Tannenhof gibt Hilfen und Tipps. Von Anna Mazzalupi

Werden Mutter, Vater oder Ehepartner im Alter wegen einer Demenz- oder Depressionserkrankung pflegebedürftig, ist die Situation nicht einfach. Welche Möglichkeiten der Betreuung gibt es? Welche Hilfe steht einem als Angehöriger zu? Und worauf muss man achten?

Mit dem neuen Lebensumstand kommen nicht nur für den Betroffen selbst viele Fragen auf, sondern auch für Angehörige. "Es gibt einen großen Bedarf an Beratung in Remscheid. Die häufigste Frage ist, worauf muss ich mich einstellen", sagt Diplom-Sozialpädagogin Alexandra Dicken, die die Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle der Evangelischen Stiftung Tannenhof an der Konrad-Adenauer-Straße 2-4 leitet. Bei der kostenfreien Beratung geht es zum Beispiel um Aspekte wie finanzielle Unterstützung, Vollmacht oder Pflegeversicherung sowie das Verständnis für die Erkrankung selbst.

"Man bekommt die Diagnose und befindet sich dann erst einmal in einem emotionalen Strudel", erklärt Dicken. Diesen Strudel gilt es zu ordnen. Das betrifft beide Seiten: Betroffene und Angehörige. Hilfe, um durch dieses Dickicht von Fragen und Gefühlen durchzublicken, bietet die Beratung. "Es ist wichtig, die Betroffenen zu verstehen, da sie viel durchmachen und verlieren", erklärt die Expertin, die über 20 Jahre Erfahrungen im Bereich der psychischen Erkrankung verfügt.

Eine Erstberatung sei zum Beispiel auch schon etwa bei einem Verdacht auf eine Demenzerkrankung sinnvoll. Beratungsstellen wie die der Stiftung Tannenhof vermitteln unter anderem Kontakte zu Tagespflegen oder Angehörigengruppen, die als Verwandter oder Freund des Erkrankten helfen, mit dem Alltag und der Pflege zurecht zu kommen.

"Die Kommunikation und der Austausch mit anderen ist genauso wichtig wie mit den Profis", sagt Dicken. Angehörigengruppen für Demenzerkrankungen bieten das Sana-Klinikum sowie die Fabricius-Klinik an. Als Pflegender seien die Kräfte schnell aufgebraucht, fühle man sich schnell ausgelaugt, mahnt die Expertin. Deshalb sei es genauso wichtig, sich ohne schlechtes Gewissen auch Auszeiten zu gönnen, Freunde oder andere Verwandte in die Situation einzuweihen, die dann ab und an aushelfen können. "Die Angehörigen sollten Hobbies und Freundschaften pflegen und das eigene Leben nicht aufgeben", betont sie. Mache Angehörige entwickelten durch die hohe Belastung selbst psychische Erkrankungen. Darum sei es von wesentlicher Bedeutung, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kontakt Alexandra Dicken, Diplom-Sozialpädagogin, Telefon: 02191 608976619, E-Mail: info@psychisch-krank-im-alter.de

Quelle: RP
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