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Remscheid
Den Einsamen ein Stück Zeit schenken

Remscheid: Den Einsamen ein Stück Zeit schenken
Pfarrer Axel Bluhm znd Lore Blase beim Empfang im Pfelegzentrum Am Schwelmer Tor. Beide gehören zu den Gründungsmitglieder der "Grünen Damen" vor 40 Jahren in Lennep. FOTO: JÜrgen Moll
Remscheid. Pfarrer Axel Bluhm gründete vor 40 Jahren den Besuchsdienst "Die Grünen Damen". Er sei heute nötiger als damals. Von Anna Mazzalupi

Als Pfarrer Axel Bluhm vor über 40 Jahren die Idee von einem Besuchsdienst für Bewohner eines Altenheims von Essen nach Lennep brachte, hatte er nicht gedacht, dass sich das Konzept solange durchsetzt.

Die "Grünen Damen" - heute Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Lennep genannt - feiern in diesem Jahr ihr rundes Jubiläum. Seit 1976 spenden die Freiwilligen vor allem eines: ihre Zeit. "Als Lenneper Pfarrer habe ich gesehen, dass so etwas hier nötig war. Es gab viele, die sehr allein und einsam waren. Zum wohlbefindlichen Leben im Alter gehört auch, dass dran teilgehabt wird", sagte Bluhm gestern bei der kleinen Feier im Pflegezentrum Am Schwelmer Tor.

Dort fanden vor 40 Jahren auch die ersten Besuche statt, bei denen Bewohner und Ehrenamtler für ein paar Stunden zusammen singen, spazieren gehen oder einfach nur erzählen. "Ich hatte eine Dame, die wollte immer nur singen", erinnerte sich Lore Blase, die seit Anfang aktiv mitwirkt. Man müsse sich auf den Bewohner einzulassen, erklärte sie.

Anfangs waren die Damen noch an ihren grünen Kitteln erkennbar, deshalb auch der Name. Drei Jahre nach Einführung des Dienstes gab es 69 engagierte Frauen. Zwischenzeitlich wurden unter anderem auch das städtische Pflegeheim, der Katharinenstift sowie das Lenneper Krankenhaus mitbedacht. Hauptpunkt blieb jedoch bis heute die Einrichtung an der Schwelmer Straße.

Für die Pflegeeinrichtung selbst ist die Hilfe auf der sozialen Ebene ein Gewinn. "Das ist für uns ganz wichtig. So bekommen die Bewohner auch mal andere Gesichter zu sehen. Sie freuen sich wirklich darauf und fühlen sich sehr verstanden", erklärt Meike Ufer, Leitung der Sozialen Betreuung im Schwelmer Tor.

Die rund zehn Aktiven des Besuchsdienstes, darunter auch zwei Männer, sind alle 14 Tage bei ihren zugeteilten Bewohnern. "Ich mache das gerne, weil die Leute dann einfach reden können. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass man als Pflegekraft nicht immer Zeit dazu hat", erzählte Eva-Maria Stricker (67). Sie arbeitete 20 Jahre als Altenpflegerin. Seit drei Jahren engagiert sie sich beim den Grünen Damen.

Für die Zukunft des inzwischen etablierten Projekts wünschen sich alle, dass es auch die nächsten 40 Jahre weitergeht. "Das ist heute vermutlich noch wichtiger als damals", betonte Bluhm.

Interessierte können sich bei Pfarrerin Susanne Peters-Gößling unter Telefon 02191 420819 oder per E-Mail an peters-goessling@kirche-lennep.de melden.

Quelle: RP
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