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Karl-Heinz Humpert
Den Prozess konstruktiv begleiten

Karl-Heinz Humpert: Den Prozess konstruktiv begleiten
Kulturausschussvorsitzender Karl-Heinz Humpert im Redaktionsgespräch. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Der Kulturausschussvorsitzende steht Kooperationen positiv gegenüber, wenn die Institute selbstständig bleiben.

Herr Humpert, Sie haben an der Auftaktveranstaltung "Kulturkooperation Bergisches Land teilgenommen". Was hat Ihnen an der Veranstaltung gefallen ?

Humpert Vom Grundsatz her hat mich das angesprochen. Aus meiner Sicht war es ein positiver Aufschlag. Was mich etwas wundert, dass die Präsenz der Kulturausschussmitglieder aus den drei Städten doch etwas zu wünschen übrigließ. Was mich auch stutzig macht, dass die Politik den Prozess nur begleiten soll. Ich erwarte aber, dass die Kulturpolitik auch zu den Workshops eingeladen wird. Wir wollen informiert sein und den Prozess konstruktiv begleiten.

Manche befürchten, es handelt sich nur um eine verdeckte Sparrunde. Teilen Sie diese Befürchtung ?

Humpert Der Oberbürgermeister hat mir gegenüber sehr deutlich gesagt, dass alle Institute, die wir haben, unter eigenständiger Führung bestehen bleiben. In den Instituten herrscht diesbezüglich Unruhe. Ich vertraue aber dem Oberbürgermeister. Das habe ich den Mitarbeitern deutlich gesagt.

Welchen Nutzen erwarten Sie von dieser Kooperationsinitiative für Remscheid ?

Humpert Wenn wir im größeren Rahmen finanzielle Mittel haben wollen - das heißt vom Land, vom Bund und auf europäischer Ebenen -, dann geht das in der Tat nur, wenn man in größeren Zusammenhängen denkt. Von daher begrüße ich das Ganze.

Herrscht genügend Vertrauen zwischen den drei Partnerstädten? Beim Thema Orchester gab es ja immer heftigen Streit.

Humpert Wir hatten schon einmal so einen Anlauf gehabt. Auf Schloss Burg, wo alle möglichen schönen Reden gehalten wurden. Das ist gut zwei Jahre her. Passiert ist danach nichts mehr. Nun wird man sehen müssen, ob sich etwas entwickelt.

Verkauft sich das Bergische Land als Kulturraum zu schlecht ?

Humpert Man kann mehr machen. Über die Medien erfährt man, was in den anderen Städten los ist. Es gibt bereits Kulturinstitute, die miteinander im Austausch sind. Das klappt heute schon. Das ist zwar nicht streng organisiert, sondern beruht auf zwischenmenschlichen Kontakten. Viele Institutsleiter haben mir gesagt, wir kooperieren bereits. Aber man kann noch einiges verbessern. Die Entwicklung von Schloss Burg ist ein gutes Beispiel dafür, dass die drei bergischen Städte gemeinsam etwas voranbringen können.

Warum sollte ein Solinger Bürger Ihrer Meinung nach Remscheid kommen, um eine Kulturveranstaltung zu besuchen ?

Humpert Einem Solinger würde ich sagen, dass ein Besuch unseres Tanztheaters, das sich einen guten Ruf erarbeitet hat, sicherlich lohnenswert wäre. Die Täler sind zwar tief, aber sie sind überwindbar.

Sven Wiertz wird neuer Kulturdezernent. Was erwarten Sie von ihm ?

Humpert Ich erwarte, dass er das umsetzt, was der Oberbürgermeister mir gesagt hat, was die Selbstständigkeit der Institute betrifft. Und ich erwarte, dass er die Kultur nicht nur monetär sieht. Er ist ja gleichzeitig Kämmerer. Ich habe bei ihm aber den Eindruck, dass er kulturaffin ist. Ich glaube, man kann zu einer vernünftigen und fruchtbaren Zusammenarbeit kommen.

Herr Wiertz muss die Stelle der Theaterleitung besetzen. Hat die CDU Vorstellungen, wie das Anforderungsprofil aussehen soll ?

Humpert Das ist die erste wichtige Aufgabe von Wiertz, eine qualifizierte Nachfolge zu finden. Wir brauchen eine klassische Theaterleitung, die ein bespieltes Haus führen kann. Ich persönlich bin der Auffassung, dass wir die Stelle ausschreiben sollten. Es muss vor allem jemand sein, der sich in der Breite der Sparten auskennt. Wichtig ist, dass das Programm von den Bürgern akzeptiert wird. Das Schlimmste ist, was einem Theater passieren kann, wenn man sagt, da stimmt etwas vom Kopf her nicht.

Glauben Sie, das Thema Orchester wird bald wieder hochkochen ?

Humpert Nein.

CHRISTIAN PEISELER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
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