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Remscheid
Der Erfolg beginnt im Kopf

Remscheid: Der Erfolg beginnt im Kopf
Professor Dr. Hans-Dieter Hermann, der auch viel mit Fußballern arbeitet, referierte in Remscheid. FOTO: Meuter
Remscheid. Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, Psychologe der Fußball-Nationalmannschaft, referierte beim Sparkassen-Forum. Von Bernd Geisler

Der Psychologe der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, referierte beim 4. Sparkassen Forum im Vaßbendersaal zum Thema "Erfolg beginnt im Kopf - Was wir von Spitzensportlern lernen können". Die geladenen Gäste hörten einen erfrischend spannenden Vortrag, der weit über den sportlichen Tellerrand herausragte.

Teamarbeit ist alles im Verdrängungswettbewerb, war Hermanns Credo. Dabei geht es stets darum, (eigene) Vorleistungen zu übertreffen. "Erfolg übertrifft", sagte er und nannte als ein Beispiel die Verbesserung der Zeit vor der Ballabgabe eines Spielers der Nationalelf: 0,8 Sekunden im Gegensatz zu früheren 2,1 Sekunden. Jeder Mensch empfinde die Welt in seiner eigenen Wahrheit, führte er aus, und deswegen entstehe des Menschen Sicht der Dinge im Kopf - und damit auch der Erfolg.

Es sei bereits entscheidend, ob jemand ein Unternehmen als Herausforderung ansehe und sich sogar darauf freue, oder ob er mit der Einstellung "Hoffentlich klappt's" ans Werk gehe: Die eigene Motivation ("Spaß haben") ist also wichtig. Und die wiederum beruht auf der Klärung der Sinnfrage: "Warum mache ich das eigentlich?" Die Beantwortung dieser Frage bestimmt das eigene Selbstwertgefühl. Der Mensch ist ein soziales Wesen und deswegen ist der Kontakt mit anderen (im Team) entscheidend. Ein sozialer Ausschluss bedeute die Zerstörung des Selbstwertgefühls.

Gemeinsam zum Erfolg führten drei hauptsächliche Merkmale: Miteinander arbeiten, Vertrauen entgegenbringen und Mut haben. Das Miteinander schaffe ein motivierendes Sozialklima durch praktische Unterstützung: Nicht nur wissen, wen man fragen kann, sondern auch die Möglichkeit haben, mal etwas Peinliches fragen zu können.

Im Team ist dabei jeder gefragt. Es sei wichtig, "einen Tick für den anderen mitzudenken" und seine emotionale Unterstützung anzubieten. Hierfür ist Vertrauen notwendig. "Vertrauen reduziert Komplexität", zitierte Hermann den Soziologen Niklas Luhmann. Das Ganze muss dann gepaart sein mit Mut. Führungspersonen unterscheiden sich von Managern darin, dass sie Entscheidungen treffen. Das erfordere Mut, weil Entscheidungen nicht immer richtig seien.

Am Beispiel des englischen ehemaligen Fußballstars David Beckham zeigte Hermann, dass noch etwas von Bedeutung ist: sein Gegenüber glänzen zu lassen und über sich selbst lachen zu können "Die Großen können das - die, die groß sein wollen, können das nicht", sagte Prof. Hermann.

Quelle: RP
 
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