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Ansichtssache
Der lange und schwierige Weg zum Lenneper DOC

Remscheid. Der jetzt vorgelegte Bauzeitenplan bringt endlich einmal Licht ins Dunkel rund um den Zeitplan für das Outlet-Center in Lennep.

"DOC eröffnet erst im Sommer 2020" titelte die Bergische Morgenpost ziemlich genau vor einem Jahr. Basis waren damals Informationen aus dem Lenkungskreis zum DOC. Die Zeitung war noch nicht im Briefkasten, da hatte die BM-Redaktion den Oberbürgermeister an der Strippe, den diese Nachricht sehr ärgerte. Das seien "bloße Spekulationen". Ob gegen das DOC geklagt werde, sei ja nicht sicher. Wenn nicht, dann sei man deutlich früher mit dem Lenneper DOC fertig.

Seit Donnerstagabend wissen wir: Nicht den Sommer 2020, sondern das Jahresende 2020 peilen Stadt und Investor nun offiziell als Starttermin für das Outlet an. So gesehen war die BM vor zwölf Monaten sogar noch zu optimistisch.

Es ist eine der Stärken des Oberbürgermeisters, positiv zu denken, nicht aufzugeben, auch in vertrackten Konstellationen immer weiter nach Lösungen zu suchen. Beim Riesenprojekt DOC führt das jedoch manchmal zu Verzerrungen. Da ist oft der Wunsch Vater des - öffentlich geäußerten - Gedankens. In diesem Fall der Wunsch, dass so bald wie möglich mit dem Bau des DOC begonnen werden kann.

Verständlich, denn es hängt sehr viel an diesem Projekt. Und die Lage ist knifflig, weil ausgerechnet der Nachbar Wuppertal bislang nicht von Klagen gegen das DOC in Lennep ablassen mochte. Er plant mittlerweile nämlich selber auch ein FOC. So was nennt man offiziell bergische Zusammenarbeit.

Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist seit dieser Woche eingegrenzter. Der Bauzeitenplan zeigt Abläufe und wechselseitige Abhängigkeiten der vielen Bauprojekte rund ums Stadion in Lennep auf. Mit dem 1. Mai 2018 wird der angepeilte Start-Termin genannt, alles weitere ist reine Mathematik. Heißt: Ist die juristische Auseinandersetzung bis Ende April 2018 nicht vom Tisch, wird es länger dauern.

Der Zeitplan sendet aber noch ein weiteres wichtiges Signal. Der DOC-Investor McArthurGlen steht weiter zum Projekt, lässt sich auch von dem der vergangenen Woche in Wuppertal erfolgten Baustart für das City-Outlet am Elberfelder Hauptbahnhof nicht aus der Ruhe bringen. Auch hier gibt es bei genauerem Hinsehen noch Fragezeichen. Grundsätzlich gilt: Der Standort im Bergischen Land ist viel zu verlockend, um aufzugeben. Oder wie es der für die Vermarktung des Wuppertaler FOCs zuständige Experte jüngst erklärte: Bei einem Potenzial von 20 Millionen Kunden können auch zwei DOCs funktionieren.

Quelle: RP
 
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