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Der Motor des Lenneper Karnevals

Mein Verein: Der Motor des Lenneper Karnevals
FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Gunther Brockmann ist Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft. Das Thema wurde ihm in die Wiege gelegt. Von Stefanie Bona

Gunther Brockmann ist der Karnevalist gewissermaßen in die Wiege gelegt. "Meine ersten Berührungen mit Karneval liegen in der Kindheit", erzählt der Lenneper. Sein Vater Günter Brockmann schloss sich in den 1970er Jahren mit einigen Freunden zusammen und organisierte einen kleinen Umzug durch die Röntgenstadt. Nichts Großes und vor allem ohne die strengen behördlichen Auflagen, mit denen sich Gunther Brockmann heute als erster Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) bei der alljährlichen Organisation des Rosenmontagszugs auseinandersetzen muss. "Ein Bauerntraktor und ein Anhänger - das warQs", erinnert er sich an die Vorläufer des närrischen Lindwurms, der in den Folgejahren tausende Jecke in Lennep auf die Straße brachte. Jedenfalls machte der kleine Gunther mit, bemalte den Anhänger und stand auch mitten drauf. "Dann gab es natürlich eine Lebensphase, da fand ich das alles nicht so toll. Uncool, würde man heute wohl sagen", entsinnt er sich an seine eigene Zeit als Jugendlicher, in dem ihm die närrische Maskerade eher peinlich war.

1982 wurde dann die LKG gegründet, die den Rosenmontagszug im großen Stil aufzog. "Und dann war Schluss mit locker. Vor allem um die Karstadt-Kreuzung mussten wir uns kümmern", sagt der Vereinsvorsitzende und nennt den Kreuzungsbereich an der Kölner-, Post- und Wupperstraße immer noch so, wie er bei alteingesessenen Lennepern nach wie vor in aller Munde ist. Jedenfalls nahm ihn sein Vater als Vorgänger an der Vereinsspitze in die Pflicht. "Ich trommelte meine Fußballmannschaft zusammen und wir übernahmen die Absperrung." Die Organisation sei es seither, bei der der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Mettmann seine Stärken ausspielen könne. "Natürlich feiere ich gern und besonders gerne Karneval." Aber trotzdem müsse es jemanden geben, der das alles plane und die Verantwortung übernehme.

Als Günter Brockmann im Jahr 2006 starb, trat der Sohn in seine Fußstapfen im Vereinsvorstand. Weiterhin ist er dort eher der Motor als der Mann in der Bütt. Als Zugleiter muss er beim eigentlichen "Zoch" standhaft und damit nüchtern bleiben. "Wenn ich die ganzen Schnäpse trinken würde, die mir da am Wegesrand angeboten werden, wäre ich der Erste, der im Krankenwagen liegt."

Sein Organisationstalent stellt er genauso beim Lenneper Wein- und Winzerfest, dessen Veranstalter die LKG seit einigen Jahren ist, unter Beweis. Mit den Einnahmen werden wiederum die Kosten des Rosenmontagszugs finanziert. Der LKG-Vorsitzende hätte gerne ein paar aktive Mitstreiter mehr. "Irgendwie wird man ja auch älter. Und die ganze Planerei ist schon sehr anstrengend", räumt Brockmann, der am Montag 51 Jahre alt geworden ist, ein.

Ob Sohn Nils Interesse daran hat, die Brockmannsche Familientradition einmal fortzuführen? "SchauQn wir mal", sagt sein Vater. Mit 14 Jahren sei er gerade eher auf dem "Geh-mir-weg-mit-Karneval"-Trip. "Aber das war bei mir in dem Alter ja auch nicht anders", sagt Gunther Brockmann. Gute Aussichten also für den Lenneper Karneval.

Quelle: RP
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