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Remscheid
Der Rathausplatz - ein begehrtes Pflaster

Remscheid: Der Rathausplatz - ein begehrtes Pflaster
Probesitzen auf Polizeikrad beim "Blaulichtfest" ist vor dem Rathaus... FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Ob Livemusik, Weihnachtsmarkt, Kinderfest oder Public Viewing - der Theodor-Heuss-Platz ist als Fläche für Open Air-Events beliebt. Wer ihn nutzen möchte, muss sich frühzeitig nach freien Terminen erkundigen und einen Antrag stellen. Von Solveig Pudelski

Das Herz der Remscheider Innenstadt pocht auf dem Platz vor dem Rathaus, wenn es um Open Air-Veranstaltungen geht. Hier wird auf Wochenmärkten eingekauft, hören im Sommer Tausende Livemusik verschiedener Bands, zittern Fußballfans beim Public Viewing um Tore und Gegentore bei der WM, drehen Jung und Alt ihre Runden auf dem Eis oder genießen Erwachsene Glühwein und Co. Hier wird demonstriert und gefeiert. Hier brüllt der Löwe auf dem Denkmalsockel. Doch darf jeder den Platz nutzen? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?

Eins stellt Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes, zu diesen Fragen von vorneherein klar: "Der Platz ist eine Fußgängerzone und dient dem Wochenmarkt. Fahrzeuge haben dort erst einmal nichts zu suchen." Aber es gibt Ausnahmen. Markthändler dürfen selbstverständlich mit ihren Wagen auf den Theodor-Heuss-Platz fahren. Und für Brautpaare gibt es die berühmte Ausnahmeregelung. Sie können mit Kutsche, Brautwagen oder Stretch-Limousine vorfahren, damit Braut und Bräutigam unter den Augen ihrer Gäste stilvoll aussteigen und die Treppe hinaufschreiten können. "Da es an einem Tag oft mehrere Trauungen gibt, gilt die Erlaubnis nur für eine begrenzte Zeit", schränkt Beckmann ein.

... ebenso möglich wie Toben beim Kinderfest. FOTO: HN/jumo

Gratis nutzen - ohne Fahrzeuge - dürfen auch Demonstranten den zentralen Platz - wie Erzieherinnen, die im Sommer für höhere Tarife auf die Straße zogen, oder Menschen, die vor einer Ratssitzung ihre Meinung kundtun wie einst die Pferdebesitzer, die gegen eine von der Politik geplante Steuer für Rösser zu Felde zogen - mit Erfolg übrigens.

Für alle anderen gelte: Es muss ein gewisses öffentliches Interesse an der Veranstaltung bestehen. Wer den Platz nutzen möchte, muss eine Sondergenehmigung beantragen und Gebühren zahlen. Die fallen je nach Größe der beanspruchten Fläche, Art der Veranstaltung und Dauer unterschiedlich aus. Beckmanns Tipp: rechtzeitig anfragen und dann den Antrag stellen, falls der Platz zum gewünschten Termin überhaupt frei ist. Denn im Kalender sind feste Größen bereits verankert - die Wochenmärkte mittwochs und samstags, die Open Air-Konzerte und das Weihnachtsdorf beispielsweise, der Tag der Vereine und das "Fest in Blau" von Feuerwehr und Polizei oder der Kindertag. Wer also beispielsweise eine Oldtimerrallye plant mit Ziel und Start "Rathausplatz" sollte sich vorher über freie Termine informieren und dann erst weiter planen.

Was überhaupt nicht geht, aber immer wieder zu beobachten ist: mal eben auf dem Rathausplatz fahren, um jemanden abzuholen, der in der City etwas erledigt hat. Auch als Lieferzone ist er in der Regel tabu. Wer erwischt wird, kassiert für die Ordnungswidrigkeit ein dickes Knöllchen.

Quelle: RP
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