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Remscheid
Der Traum vom Fliegen

Remscheid: Der Traum vom Fliegen
Mit viel Liebe zum Detail: Frank Schneider und sein Helicopter FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Sie lassen ihre Träume fliegen, die 15 Mitglieder der Modellsportabteilung des Hastener Turnvereins 1871 (HTV). Und sind dabei mit ganzem Herzen und klarem Verstand bei der Sache. Deswegen sucht der Verein jetzt eine Wiese als Start- und Landebahn für seine Flächenflugzeuge. Von Bernd Geisler

Die Möglichkeit, Hubschrauber in die Luft zu bringen und auch heil wieder zu landen, haben sie. Alle Modelle haben nichts mehr mit fertig gekauften Wohnzimmerschrank-Modellen zu tun. Abmessungen über zwei Meter sind keine Seltenheit; man braucht Übung, so ein Fluggerät zu fliegen. In ihrem Sprachgebrauch sind die Modellenthusiasten "Piloten" und sie "fliegen". Frank Schneider, der Leiter der Modellsportabteilung, erzählt: "Für einen Flug im Hubschrauber-Flugsimulator brauche ich keine Einweisung - ich kann sofort losfliegen."

Das ist bei Weitem nicht das Ende der Fahnenstange. Auf die Detailtreue der Modelle kommt es in hohem Maße an. "Manche Modellbauer gehen soweit, jede einzelne Niete des Originals an ihrem Modell nachzubilden", weiß Schneider. Er zeigt auf seinen selbst gebauten Helicopter "BO 105 DRF" mit Turbinenantrieb und öffnet die Einstiegstür. Darin befinden sich tatsächlich winzige, simulierte Flugkarten. Schneider hat sich nebenberuflich ganz diesem Sport verschrieben. Zwar beteiligt sich der HTV derzeit nicht an offiziellen Wettkämpfen um den akkuraten Nachbau realer Fluggeräte. Aber jeder der Mitglieder frönt seinem Hobby, so gut er kann. Und wer nicht genug Zeit hat, sich "sein" Modell nach eigenen Vorstellungen zu fertigen, lässt es sich was kosten: Er kann Frank Schneider damit beauftragen.

Der Aufwand an Arbeitsstunden übersteigt schnell hundert Arbeitsstunden. Schneiders Vorzeige-Helicopter hat einen Wert mit allem Drum und Dran von mehr als 16 000 Euro.

Derzeit fliegt der HTV nur Helicopter. "Wir haben keinen Platz für eine Start- und Landebahn", sagt Schneider. Helicopter können überall starten und landen. Deswegen reichen dafür bei gutem Wetter der alte Sportplatz der Grundschule Honsberg und bei schlechtem die Halle der Grundschule. Aber natürlich möchten die Modellsportler auch Flächenflugzeuge fliegen. Dafür benötigen sie eine Wiese von ungefähr 50 Meter mal 100 Meter in Remscheid. Der Verein bezahlt natürlich dafür - er will die Wiese pachten. "Ideal ist eine Futterwiese, die ein Bauer selbst nutzt", sagt Schneider. Dann würde die Start- und Landebahn gleich mitgemäht. Mehr benötige ein Modellflugzeug nicht.

Und Tiere - stört sie nicht der Fluglärm? Mancher Jäger sei damit nicht einverstanden, weiß Schneider. "Aber, ob ein Modellflugzeug startet oder landet, stört kein (Wild)-Schwein." Natürlich benötige der HTV dafür die Genehmigung der Stadt. Der Verein engagiere sich zudem stark in der Jugendförderung. Modellsport mache Jugendlichen Spaß, Die Flieger bilden eine Gemeinschaft. Gesellige Ausflüge zu Flugtagen tragen dazu in hohem Maße bei.

Kontakt: modellbau-hasten.de, facebook.com/ModellbauHasten oder Telefon 02191-4224024.

Quelle: RP
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