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Remscheid
Deutsch-französische Freundschaft

Remscheid: Deutsch-französische Freundschaft
Gut gelaunt: Sophie Fouché zwischen Ela (4; li.) und Marla (5) beim Malen. Die 17-jährige Französin absolvierte ein Praktikum in der städtischen Kindertagesstätte am Fürberg. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Sophie Fouché arbeitete vier Wochen als Praktikantin in der Kindertagesstätte am Fürberg. Dass die Einrichtung integrativ ist, machte es für die 17-Jährige manchmal schwieriger. Trotzdem werde sie die Kinder und ihre Gastfamilie vermissen. Von Anna Mazzalupi

Sophie Fouché mag Deutschland. Und sie mag auch Kinder. Deshalb war das Stipendium "Job in der Partnerstadt" des Deutsch Französischen Jugendwerks genau das Richtige für die junge Französin, um an ihren Deutschkenntnissen zu arbeiten und erste Berufserfahrung zu sammeln. Denn mithilfe des Städtepartnerschaftsvereins Remscheid-Quimper war sie vier Wochen als Praktikantin in der integrativen Kindertagesstätte Fürberg zu Gast.

"Es war schön und eine gute Erfahrung", resümiert die 17-Jährige ihre Zeit in Remscheid. In der Gruppe 4 malte sie mit den Kindern, war mit ihnen aktiv auf dem Spielplatz oder unterstütze die Erzieherinnen bei den verschiedenen Aufgaben. "Mir hat das Arbeiten mit den Kindern gut gefallen. Die Aktivitäten sind abwechslungsreich", erzählt die Französin. Im Vergleich zu ihrer Heimat seien die Spielplätze hier besser.

Am Anfang war es aber sehr schwer für sie, alles zu verstehen oder auf Deutsch zu antworten. "Die integrativen Kinder sprechen auch oft etwas undeutlich, was schwerer zu verstehen ist", erklärt Logopädin Linda Sandt, die allerdings selber Französisch spricht. Wenn es nötig war, dolmetschte sie.

Der integrative Aspekt sei aber auch gerade ein Vorteil: "Die großen Kinder waren sehr penetrant und haben es dann immer ausgedrückt wie bei den kleinen Kindern", erzählt die Gruppenleiterin Julia Dietrich mit einem Lachen. Im Gegenzug waren die Kids vor allem sehr neugierig auf die französischen Wörter. "Am ersten Tag wollten sie zum Bespiel unbedingt wissen, was Wasser auf Französisch heißt und haben immer dort drauf gezeigt", erzählt die Erzieherin weiter.

Die einfache Wortwahl und die Beharrlichkeit haben Sophie geholfen, sich in der schwierigen Sprache zurechtzufinden. Philipp Veit vom Städtepartnerschaftsverein sieht darin den Pluspunkt vom Praktikum in der Kita: "Hier sind sie gezwungen, Deutsch zu sprechen. Erwachsene haben oft nicht die Geduld, es noch mal zu erklären und versuchen es dann mit Englisch. Kinder sind da geduldiger." Mit ihrer Gastfamilie, mit der sich gut versteht, unterhielt sich Sophie auch ausschließlich auf Deutsch.

Bei ihrem Besuch hat Fouché versucht, möglichst viel von Kultur und Land mitzunehmen. Unter anderem war sie im Werkzeug- und Röntgenmuseum, fuhr nach Wuppertal oder war mit ihrer Gastfamilie zum Klettern in Leverkusen. Berlin und Leipzig kannte sie bereits von früheren Besuchen. "Ich mag die Lebensweise in Deutschland. Landschaftlich ist es schön und die Menschen sind nett", schwärmt sie.

Am Wochenende ging es für sie zurück nach Hause. Sie freue sich, Familie und Freunde wiederzusehen. Aber sie werde die Kinder und die Gastfamilie vermissen. Das "Abenteuer Deutschland" würde sie auf jeden Fall noch mal machen.

Quelle: RP
 
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